Corona-Pandemie
Berset gibt Fehler bei Impf-Vorgaben für Kantone zu

Wegen Lieferengpässen könnte in einigen Kantonen die Zweitimpfung nicht wie geplant erfolgen. Nun gibt Gesundheitsminister Alain Berset zu, dass der Bund den Kantonen genauere Vorgaben hätte machen sollen.

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Trotz Lieferproblemen ist die Schweiz laut Alain Berset mit der Impfstrategie auf Kurs.

Trotz Lieferproblemen ist die Schweiz laut Alain Berset mit der Impfstrategie auf Kurs.

Keystone

(gb.) Die Schweizer Impfstrategie ist ins Stocken geraten. Grund dafür sind Lieferprobleme der drei Hersteller, mit denen die Schweiz Verträge für die Lieferung von Impfdosen abgeschlossen hat. In einigen Kantonen kommt es zu Verzögerungen mit dem zweiten Impftermin. Um den vollen Schutz der Impfung zu erreichen, braucht es jedoch zwingend zwei Impfdosen pro Person.

Gegenüber Radio SRF bestätigte Alain Berset am Samstag, dass es aktuell Probleme bei der Reservierung der zweiten Impfdosis gebe. Der Bund hätte den Kantonen diesbezüglich genauere Vorgaben machen sollen. «Wir haben immer gesagt, dass eine Reservierung der zweiten Dosis braucht und dass die Kantone sich organisieren müssen», so Berset. «Vielleicht war das von unserer Seite her aber nicht klar genug».

Bereits 500'000 Dosen eingetroffen

Bei den nächsten Lieferungen soll die zweite Dosis laut Berset jeweils gleich reserviert werden. Ob damit die Ziele der Impfstrategie eingehalten werden können, ist unklar. Berset sagte, es könne sein, dass man Ende Februar nicht so weit sei, wie man ursprünglich dachte. «Dafür vielleicht einen Monat später.»

Im Grossen und Ganzen steht die Schweiz laut Berset aber gut da. «Wenn ich vor einem halbem Jahr gesagt hätte, Ende Januar haben wir 500'000 Millionen Impfdosen zur Verfügung, hätte mir das niemand geglaubt», sagte Berset weiter.

Neben dem Impfen ist das Testen ein zentraler Bestandteil der Corona-Strategie des Bundesrates. Auf die Frage, warum Massentests erst jetzt vom Bund forciert werden, sagte Berset, man habe bis Dezember zu wenig Tests zur Verfügung gehabt. Eine Entspannung habe sich erst in der zweiten Jahreshälfte gegeben, auch durch die Einführung von Schnelltests im Oktober.