Corona
Trotz steigender Zahlen: GDK-Präsident Lukas Engelberger will keine Gratistests

Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren will am gegenwärtigen Testregime festhalten. Mehr Tests schwächten die Impfkampagne, so sein Argument.

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Lukas Engelberger will nicht, dass die Impfkampagne mit Gratistests geschwächt wird. (Archiv)

Lukas Engelberger will nicht, dass die Impfkampagne mit Gratistests geschwächt wird. (Archiv)

Keystone

Testen, Ansteckungen nachverfolgen, isolieren: Mit dieser Strategie begegnete die Schweiz vor einem Jahr den steigenden Fallzahlen. Für Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, hat sie ausgedient. «Ich verstehe das Anliegen von Epidemiologen, dank mehr Tests einen besseren Aufschluss über die Positivitätsrate zu erhalten», sagt Engelberger in einem am Freitag erschienen Interview mit der NZZ. Aber: «Dennoch halte ich die Idee von Gratistests für problematisch, denn sie schwächt die Impfkampagne.»

Diese hat für Engelberger Priorität, auch wenn er davon ausgeht, dass ein Grossteil der Ungeimpften bei ihrem Entscheid bleibt: «Es ist klar, dass viele Ungeimpfte ihre Meinung gemacht haben, egal, mit welchem Effort man sie von der Impfung überzeugen will.» Er spricht von «Convenience-Tests für die Freizeit» für «Impfverweigerer». Ein 2G-Zertifikat, das Ungeimpfte vollständig ausschliessen würde, hält Engelberger derzeit aber nicht für mehrheitsfähig.

Sollte sich die Lage in einigen Wochen verschärfen, seien aber trotz Impfung weitere Massnahmen nötig: «Vielleicht müsste man dann darüber nachdenken, die Maskenpflicht oder den Einsatzbereich des 3-G-Zertifikats auszuweiten.» Noch besteht laut Engelberger aber Hoffnung: «Bisher ging die Zahl der Hospitalisationen im Verhältnis zu den positiv Getesteten von Welle zu Welle zurück», sagt er. Bleibe es dabei, sei der derzeitige Massnahmenmix ausreichend. (wap)

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