Coronakrise: Bundesrat entlastet Fleischbranche mit über 3 Millionen Franken

Der Bundesrat will die Agrarmärkte infolge der Coronakrise stabilisieren. Unter anderem finanziert er mit einem Nachtragskredit über 3 Millionen Franken Einlagerungsaktionen verschiedener Fleischkategorien.

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Mit einem Nachtragskredit über 3 Millionen Franken für Einlagerungsaktionen entlastet der Bundesrat den Fleischmarkt. (Symbolbild)

Mit einem Nachtragskredit über 3 Millionen Franken für Einlagerungsaktionen entlastet der Bundesrat den Fleischmarkt. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Der Absatz über den Detailhandel ist für gewisse Produkte überproportional gestiegen, während Produkte für den Gastrokanal eingebrochen sind, schreibt der Bundesrat am Mittwoch. Beispielsweise würden Kalbfleisch, Gitzifleisch und Edelstücke grösstenteils über Restaurants verkauft.

Um einen Beitrag zur Stabilisierung des Fleischmarktes zu leisten, sollen mit einem Nachtragskredit über 3 Millionen Franken Einlagerungsaktionen bei diesen Fleischkategorien finanziert werden. Diese Mittel würden im Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kompensiert, so der Bundesrat. Gleichzeitig sollen Importmöglichkeiten flexibilisiert werden, um kurzfristig auf Engpässe reagieren zu können.

Engpass bei inländischer Butter

Um die Nachfrage nach Eiern im Detailhandel zu befriedigen, hat der Bundesrat zudem beschlossen, das Teilzollkontingent für Konsumeier zu erhöhen. Ausserdem zeichne sich in diesem Jahr eine ungenügende Versorgung des Marktes mit inländischer Butter ab. Der Bundesrat hat deshalb die Kompetenz zur Erhöhung der Teilzollkontingente an das BLW delegiert.

Weiter werden Bestimmungen für die Kontrolle von importierten Lebensmitteln vorübergehend gelockert. Die Kontrollen können in dieser Krisenphase weder in der Schweiz noch im Ausland vollumfänglich sichergestellt werden und können deshalb später nachgeholt werden.

Bauernverband will Lösungen für weitere Betriebe

In einer Mitteilung schreibt der Schweizer Bauernverband, dass er die Entlastung des Fleischmarktes begrüsse. Der Dachverband sei zudem bestrebt, Lösungen für weitere von der Coronakrise betroffene Betriebe zu finden. So will er seine Bemühungen fortsetzen, die für die landwirtschaftliche Produktion benötigten Arbeitskräfte zu sichern und engagiere sich dafür, dass die Einschränkungen für den Verkauf von Setzlingen und Saatgut oder das Verbot der Wochenmärkte aufgehoben werden.