Coronakrise kostete die Unispitäler
über 350 Millionen Franken

Die fünf Schweizer Universitätsspitäler bauten ihre Kapazitäten in der Intensivmedizin in der Coronapandemie stark aus. Gleichzeitig litten sie unter starken Umsatzeinbrüchen.

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Die Intensivpflegestation am Universitätsspital Lausanne.

Die Intensivpflegestation am Universitätsspital Lausanne.

Keystone

(agl) Insgesamt 356 Millionen Franken kostete die Coronakrise von März bis Juni die Unispitäler, 66 Millionen davon waren Covid-bedingte Mehrkosten, fast 300 Millionen fielen auf Ertragsausfälle zurück. Wie die Spitäler am Mittwoch an einer gemeinsamen Medienkonferenz mitteilten, habe die Coronakrise «eine enorme Belastung» bedeutet.

Die Universitätsspitäler in Zürich, Basel, Genf und Lausanne sowie die Berner Inselgruppe haben ihre Kapazitäten in der Intensivmedizin in kurzer Zeit von 240 auf 395 Betten ausgebaut. Wie die Universitätsspitäler am Mittwoch mitteilten, wäre maximal eine Kapazität von 549 Betten möglich gewesen. Die Spitaldirektoren stellten fest, dass die Coronakrise ohne die Universitätsspitäler, insbesondere im intensivmedizinischen Bereich, nicht zu bewältigen gewesen wäre.

Beeindruckt von Einsatzbereitschaft

Voraussetzung dafür und auch eine Herausforderung sei es gewesen, sieben Tage die Woche in 24 Stunden Ärzte und Pflegepersonal in allen Fachdisziplinen zur Verfügung zu haben. Die Spitaldirektoren zeigten sich beeindruckt von der Einsatzbereitschaft und Motivation der Mitarbeitenden und Studierenden, «unter diesen besonderen und zum Teil auch belastenden Umständen».

Die grösste Belastung, was Aufwand und Finanzen betreffe, sei die kleine Anzahl besonders schwer betroffener Patienten. «Dieser Aspekt wird in der aktuellen Vergütung viel zu gering gewichtet», teilten die Universitätsspitäler mit. Es brauche deshalb eine differenzierte Abgeltung im Tarifsystem.