Coronavirus

Impfstoff von Moderna erhält auch in der Schweiz grünes Licht

Swissmedic hat den Impfstoff von Moderna als zweites Corona-Vakzin für die Schweiz zugelassen. Nach zwei Wochen zeigt dieses einen Schutz von 94 Prozent. Eine erste Lieferung soll bald eintreffen.

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Nun erhält auch der Impfstoff von Moderna die Zulassung für die Schweiz.

Nun erhält auch der Impfstoff von Moderna die Zulassung für die Schweiz.

Keystone

(dpo/sat/dpa) Nun hat auch die Schweiz ihren zweiten Coronaimpfstoff: Nachdem die EU bereits vergangene Woche die bedingte Zulassung des Moderna-Vakzins für Personen ab 18 Jahren erteilt hatte, hat am Dienstag nun auch die Schweizer Zulassungsbehörde den Impfstoff des US-Biotechherstellers befristet zugelassen. Das schreibt Swissmedic am Dienstag auf seiner Homepage.

An einer Medienkonferenz in Bern versicherte der Stellvertretende Direktor von Swissmedic, Philippe Girard: «Die Daten zeigen, dass der Impfstoff sicher ist». Wie bei einer Grippeimpfung könnten leichte Symptome auftreten, doch die Vorteile überwogen die Risiken, so Girard weiter.

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gleichentags mitteilte, erfolgt eine erste Lieferung von 200'000 Dosen bereits «in den nächsten Tagen» an die Armeeapotheke. Gesundheitsminister Alain Berset präzisierte auf Twitter, diese Lieferung soll bereits am Mittwoch in Bern eintreffen:

Dies bestätigte auch Nora Kronig, Vizedirektorin des BAG vor den Medien in Bern. Die Armeeapotheke ist in der Schweiz für die Verteilung der Impfstoffe an die Kantone zuständig. Zusammen mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech, welchen Swissmedic bereits am 19. Dezember zugelassen hatte, stehen in der Schweiz damit im Januar laut BAG rund eine halbe Million Impfdosen zur Abgabe bereit. In erster Priorität werden damit laut Bundesvorgaben besonders gefährdete Personen ab 75 Jahren geimpft. «Bis im Sommer», so das BAG weiter, «sollen sich alle impfen lassen können, die dies möchten».

«Die Zulassung unseres Covid-19-Impfstoffs in der Schweiz ist ein wichtiger Meilenstein», wird CEO Stéphane Bancel in einer Mitteilung von Moderna vom Dienstag zitiert. Die Schweiz habe seit den Anfängen von Moderna eine wichtige Rolle gespielt. Darum bedeute es dem Unternehmen auch «sehr viel, dass wir nun einen hochwirksamen Impfstoff zum Schutz der Bürger und Bürgerinnen der Schweiz anbieten können», so Stéphane Bancel.

Swissmedic gegen Aufschub von zweiter Impfung

Nun gehe es darum, dass so viele risikogefährdete Personen so rasch wie möglich geimpft werden, sagte Christoph Berger vor den Medien am Dienstag in Bern. «Ich bitte alle, diesen Personen den Vorrang zu lassen», so der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Die Schweiz hat mit Moderna einen Vertrag über 7,5 Millionen Dosen abgeschlossen. Damit können rund 3,75 Millionen Menschen geimpft werden. Dies weil das Vakzin auf Basis der neuen mRNA-Technologie zweimal innerhalb eines Monats verabreicht werden muss. Die Basler Pharmazuliefererin Lonza stellt den Wirkstoff des Impfstoffs in ihren Werken in Visp (VS) her. Er wird aber nicht von Lonza ausgeliefert, vielmehr erfolgt die Abfüllung in Werken unter anderem in Spanien.

Der Covid-19 Impfstoff von Moderna ist von Swissmedic ebenfalls für Personen ab 18 Jahren freigegeben worden. «Aufgrund der aktuellen Daten empfiehlt Swissmedic, das Impfintervall einzuhalten und die zweite Impfdosis nicht aufzuschieben», schreibt Swissmedic.

Bund hat genügend Dosen für alle Impfwilligen bestellt

Die Schweizer Arzneimittelbehörde stellt sich damit im Einklang mit dem Präsidenten der Eidgenössischen Impfkommission gegen die sogenannte britische Lösung. Dabei wird mit der zweiten Impfung zugewartet um mehr Menschen einen Schutz zu geben. Swissmedic spricht sich auch dagegen aus, verschiedene Impfstoffe zu kombinieren, weil keinerlei Daten dazu vorliegen.

Der Bund hat bisher bei drei Impfstoffproduzenten laut eigenen Angaben insgesamt über 15 Millionen Impfstoffdosen beschafft. Nebst Moderna und Pfizer/Biontech sind dies rund 5,3 Millionen Impfdosen des Pharmaunternehmens AstraZeneca. Dessen Impfstoff befindet sich derzeit allerdings noch im Zulassungsverfahren bei Swissmedic. Wie der Bund weiter schreibt, steht er zudem mit weiteren Impfstoffherstellern im Gespräch.

Zu welchem Zeitpunkt weitere Zulassungen folgen, konnte Philippe Girard von Swissmedic vor den Medien nicht beantworten. «Es kann Wochen dauern», so Girard. Es hänge davon ab, was für Daten die Pharmaunternehmen liefern. Der Mediziner hoffe aber, dass es sich nur um wenige Wochen handle.

Schweizer Logistikunternehmen übernimmt Vertrieb

Beim Vertrieb des Impfstoffs spannt Moderna mit Kühne+Nagel zusammen. Dabei übernimmt das Schweizer Logistikunternehmen die Verteilung an Märkte in Europa, Asien, dem Nahen Osten, Afrika sowie in Teilen von Amerika.

Insgesamt hat der Bund bisher mit drei Impfstoffherstellern Verträge über rund 15 Millionen Impfdosen unterzeichnet. Als erstes erhielt das Vakzin von Pfizer/Biontech die Zulassung von Swissmedic. Der dritte Kandidat, der in Grossbritannien von AstraZeneca hergestellt Impfstoff, ist bei der Heilmittelbehörde Swissmedic noch in Prüfung.