Coronavirus
Swissmedic gibt ersten «Booster» ab 16 Jahren frei – doch Impf-Personal fehlt

Swissmedic macht den Weg frei für den ersten «Booster» ab 16 Jahren mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech. Doch die Infrastruktur und das Personal in den Kantonen für die erneute Massenimpfung fehlt derzeit.

André Bissegger und Samuel Thomi
Drucken
Teilen
Ist ab sofort auch in der Schweiz zugelassen: Die Booster-Impfung von Pfizer/Biontech. (Symbolbild)

Ist ab sofort auch in der Schweiz zugelassen: Die Booster-Impfung von Pfizer/Biontech. (Symbolbild)

Keystone

Swissmedic habe die Unterlagen zur dritten Impfdosis gegen das Coronavirus geprüft und passe die Arzneimittelinformation an, teilte das Schweizerische Heilmittelinstitut am Dienstag mit. Damit können sich theoretisch ab sofort alle Personen ab 16 Jahren eine Auffrischungsimpfung mit dem mRNA-Impfstoff von Pfizer/Biontech verabreichen lassen. Seit Mitte Oktober ist dieser in der Schweiz bereits für besonders gefährdete Personen zugelassen. Die Auffrischungsimpfung für alle erfolgt «mindestens sechs Monate» nach der zweiten Dosis, schreibt Swissmedic. Besonders gefährdete Personen können sich zudem nach wie vor bereits ab 12 Jahren «boostern» lassen.

Trotz Zulassung wird nun nicht einfach die nächste Massenimpfung mit dem Booster beginnen. Denn die Kantone haben bereits klargemacht, dass sie zuerst Personen über 65 Jahren den Zugang zur Auffrischungsimpfung vorbehalten lassen wollen. Und auch die Infrastruktur fürs breite Boostern ist nicht mehr vorhanden: Mit der sinkenden Nachfrage seit dem Sommer hätten sie diese zwar sukzessive abgebaut. Während die Impfzentren rasch wieder hergerichtet werden könne, sei der limitierende Faktor das für deren Betrieb notwendige Gesundheitspersonal. «Mit einem erneuten Kraftakt werden die Kantone jedoch auch diese Aufgabe stemmen», sagte ein Sprecher der Gesundheitsdirektorenkonferenz zu Radio SRF.

Impfkommission will Impfempfehlung anpassen

Die dritte Impfung mit Pfizer/Biontech erfolgt laut Swissmedic mit derselben Dosis wie die ersten beiden Impfungen gegen das Coronavirus. Das Schweizer Heilmittelinstitut hat seinen Zulassungsentscheid unter anderem basierend auf einer Studie mit 10'000 Teilnehmenden im Alter zwischen 16 und 87 Jahren gefällt. «Die Zwischenresultate dieser Studie haben keine Hinweise auf neue Risikoaspekte für den Impfstoff ergeben», schreibt Swissmedic in seiner Mitteilung.

Die Grundimmunisierung mit dem Pfizer/Biontech-Vakzin Comirnaty erfolgt mit zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die nun zugelassene Auffrischimpfung mindestens sechs Monate danach kann laut Swissmedic den Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung weiter aufrecht­erhalten.

Moderna-«Booster» noch in Prüfung

Wie Swissmedic weiter schreibt, werde die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) nun auch ihre Impfempfehlungen konkretisieren. Das Gesuch zur Zulassung des sogenannten Boosters hatte Pfizer Schweiz AG und Moderna Switzerland Mitte September bei Swissmedic eingereicht.

Das Gesuch zur Zulassung des Booster-Impfstoffs von Moderna ist derweil noch immer hängig. Wie ein Swissmedic-Sprecher am Dienstag zu Radio SRF sagte, sind zwar die notwendigen Daten zur Prüfung bereits eingetroffen. Doch nun müssten diese zuerst bearbeitet werden. Mit einem Entscheid sei allenfalls jedoch bereits «in einigen Tagen» zu rechnen.

Aktuelle Nachrichten