Coronavirus: VBS verlängert Mitwirkung zum ehemaligen Munitionslager Mitholz

Das ehemalige Munitionslager Mitholz im bernischen Kandertal muss geräumt werden. Das Coronavirus tangiert nun den Zeitplan. Der Bund hat beschlossen, die Mitwirkung der Bevölkerung zu verlängern.

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Die Bewohner von Mitholz müssen während den Räumungsarbeiten ihr Dorf verlassen.

Die Bewohner von Mitholz müssen während den Räumungsarbeiten ihr Dorf verlassen.

Keystone

(rwa) Aufgrund der ausserordentlichen Lage könne etwa die geplante Sprechstunde für die Bevölkerung nicht durchgeführt werden, teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) am Mittwoch mit. Weil auch der soziale Austausch sehr eingeschränkt sei, könne die Meinungsbildung nicht vollumfänglich gewährleistet werden. Aus diesem Grund hat das VBS die Frist für die Eingabe der Fragebogen und die persönlichen Rückmeldungen bis zum 29. Mai verlängert.

Ende Februar gab das VBS die Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz bekannt. Während der eigentlichen Räumungsarbeiten, die laut 2031 beginnen sollen, müssen die Bewohner und Bewohnerinnen von Mitholz je nach Verlauf für mehr als zehn Jahre wegziehen.

Im Munitionslager Mitholz war es im Dezember 1947 zu einer grossen Explosionskatastrophe gekommen. Dabei flogen gewaltige Mengen an Armeemunition aus nicht genau geklärten Gründen in die Luft. Bei der Katastrophe kamen neun Menschen ums Leben, viele weitere wurden ­obdachlos und grosse Teile der Anlage stürzten ein; dabei wurden mehrere Tonnen Munition eingeschlossen. Bis heute.

Bei einer Neubeurteilung im Jahr 2018 kamen die Experten des Bundes zum Schluss, dass eine Räumung des Munitionslagers nötig sei – die Wahrscheinlichkeit und das mögliche Ausmass einer Explosion seien deutlich höher als bisher angenommen.