Das Hallenstadion hat gegen das Kartellgesetz verstossen

Ein Vertrag zwischen Ticketcorner und dem Hallenstadion stelle eine wettbewerbswidrige Absprache, findet das Bundesgericht. Die Wettbewerbskommission muss nun die Sanktionen bestimmen. 

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Das Hallenstadion in Zürich hat gemäss dem Bundesgericht «eine marktbeherrschende Stellung».

Das Hallenstadion in Zürich hat gemäss dem Bundesgericht «eine marktbeherrschende Stellung».

Keystone

(mg) 2009 haben das Hallenstadion und Ticketcorner einen Kooperationsvertrag vereinbart. Dieser räumte dem Tickethändler das Recht ein, mindestens 50 Prozent aller Tickets der Veranstaltungen im Hallenstadion vertreiben zu können. Das Bundesgericht kommt in seinem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zum Schluss, dass dies eine wettbewerbswidrige Absprache sei.

Die Wettbewerbskommission (Weko) muss sich nun mit dem Fall befassen. Das Bundesgericht hat die Sache an die Weko zurückgewiesen, diese muss auch die Sanktionen festlegen. Zudem muss sie prüfen, ob auch Ticketcorner ein wettbewerbswidriges Verhalten anzulasten sei. Der Sachverhalt sei «diesbezüglich ungenügend erstellt», schreibt das Bundesgericht in der Mitteilung.

Auswirkung auf die heutige Zusammenarbeit prüfen

Dem Hallenstadion komme insgesamt eine marktbeherrschende Stellung zu. Diese habe das Unternehmen durch die Verwendung der Ticketingklausel mit den Veranstaltern missbraucht, so das Bundesgericht.

Hallenstadion und Ticketcorner nehmen den Entscheid des Bundesgerichtes mit Bedauern zur Kenntnis, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst. Man werde das Urteil nun in den kommenden Tagen detailliert studieren und dessen Auswirkungen auf die heutige Zusammenarbeit prüfen.

Urteil vom 12. Februar 2020 (2C_113/2017)