Der Corona-Dunkelziffer auf der Spur: ETH und Kanton Bern legen Daten zusammen

Covidtracker.ch checkt Symptome und meldet Corona-Verdachtsfälle. Der Kanton Bern unterstützt die Plattform, nun steigt auch die ETH Zürich ein. Der Bund soll folgen.

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Bis jetzt zeigt die Karte von covidtracker.ch vor allem Daten aus der westlichen Schweiz. Nun liefert die ETH Zahlen aus dem Grossraum Zürich.

Bis jetzt zeigt die Karte von covidtracker.ch vor allem Daten aus der westlichen Schweiz. Nun liefert die ETH Zahlen aus dem Grossraum Zürich.

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(wap) Über 200'000 Nutzer haben bisher den Corona-Fragebogen von covidtracker.ch ausgefüllt. Dieser hilft bei der Einschätzung, ob Symptome wie Schnupfen oder Husten auf eine Corona-Infektion hindeuten. Im Gegenzug gewinnen Forscher damit wertvolle Daten. Wer den Fragebogen ausfüllt, hinterlegt seine Postleitzahl. Anhand der vermutlichen Verdachtsfälle ergibt sich ein Bild davon, wie die Epidemie sich im Land ausbreitet und wo die schlimmsten Corona-Nester sind.

Bislang profitiert vor allem der Kanton Bern von dem Projekt, das unabhängige Softwareentwickler auf die Beine gestellt haben. Nun steigt die ETH Zürich mit ein, wie die Berner Behörden am Mittwoch bekannt gab. Die Universität hat bisher einen eigenen Tracker betrieben.

Wer diesen nutzen will, wird nun auf covidtracker.ch weitergeleitet. Die von der ETH schon gesammelten Daten würden in den Berner Datensatz integiert, sagt ETH-Professor Gunnar Rätsch auf Anfrage von CH Media. Daten von weiteren, kleineren Trackern sollen folgen. Damit entsteht ein Überblick über die ganze Schweiz.

Laut Rätsch wird auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG gesucht.  Dies brauche jedoch noch etwas Zeit. «Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, die nötigen Kontakte herzustellen.»