Die Löhne in der Medienbranche stagnieren oder gehen gar zurück

Die Löhne der Medienschaffenden liegen weit hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurück, kritisieren die Gewerkschaften und beziehen sich auf eine Umfrage. Es brauche wieder mehr Gesamtarbeitsverträge.

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Gewerkschaften kritisieren die stagnierende Lohnentwicklung in der Medienbranche. (Symbolbild)

Gewerkschaften kritisieren die stagnierende Lohnentwicklung in der Medienbranche. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Der durchschnittliche Bruttolohn der Medienschaffenden liegt heute bei 7333 Franken. Das ist lediglich um 133 Franken höher als noch vor 14 Jahren. Damit liegen die Löhne in der Medienbranche weit hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurück, wie der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Der SGB hat zusammen mit Mediengewerkschaften sowie dem Fachverband der Schweizer Fachjournalisten (SFJ) und dem Politologen Roman Graf 1190 Fragebogen von Medienschaffenden ausgewertet und die Ergebnisse mit einer Umfrage von 2006 verglichen. Dabei bezogen sich die Fragen auf Februar 2020 und damit auf die Zeit vor der Coronapandemie.

Freischaffende verdienen 1000 Franken weniger als zuvor

Gemäss der Umfrage haben vor allem die freischaffenden Journalistinnen und Journalisten mit einem Verdiensteinbruch zu kämpfen. Mit 5600 Franken ist der durchschnittlichen Bruttolohn gegenüber 2006 um mehr als 1000 Franken gesunken. Erschwerend komme hinzu, dass für über drei Viertel der Freischaffenden eine Pauschale gilt, die zum Voraus ausgemacht wird. Wird mehr Zeit aufgewendet, geht dies zu Lasten der Freischaffenden, heisst es vonseiten der Gewerkschaften.

Weiter zeigt sich laut dem SGB ein Lohnunterschied von 800 Franken zwischen den Medienschaffenden mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und denjenigen ohne. «Nur gute GAV sorgen für anständige Löhne», sagt Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin von Syndicom, in der Mitteilung. Deshalb fordern die Gewerkschaften wieder mehr GAV in der Medienbranche.

Hohes Arbeitstempo und permanenter Termindruck

Die Medienschaffenden wurden auch zu Stress, Zeitdruck, und Arbeitstempo befragt. 14,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einem hohen Arbeitstempo unterliegen und über ein Fünftel bestätigte einen permanenten Termindruck.

Zudem würden alle Angestellten ohne Berücksichtigung ihrer beruflichen Stellung im Durchschnitt 2,4 Stunden pro Wochen mehr arbeiten als sie dafür bezahlt werden. Laut SGB kämen so bei der nicht bezahlten Arbeitszeit pro Monat zwei und mehr Tage zusammen. Gemäss den Gewerkschaften müssen die Medienunternehmen dringend in die Arbeitsbedingungen investieren, wenn diese Berufe attraktiv bleiben sollen.