Ehemaliges Munitionslager Mitholz: Grosse Belastung für die Bevölkerung

Eine Umfrage bei Betroffenen der Räumung des Munitionslagers zeigt, dass das Mess- und Alarmierungssystem auf grosse Akzeptanz stösst. Kritisiert wird hingegen die lange Dauer des Projekts.

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In Mitholz befindet sich ein ehemaliges Munitionslager. Es soll nun geräumt werden.

In Mitholz befindet sich ein ehemaliges Munitionslager. Es soll nun geräumt werden.

Keystone

(sku) Die Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz stellt die Bevölkerung und das Gewerbe im Kandertal vor grosse Herausforderungen. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat daher eine Mitwirkung zum Vorhaben durchgeführt, damit sich die Betroffenen äussern können. Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht fasst die Resultate der Mitwirkung nun zusammen. Die Ergebnisse fliessen gemäss Mitteilung in die weiteren Arbeiten ein.

Gute Noten hätten das installierte Mess- und Alarmierungssystem sowie die Notfallplanung und die Kommunikation der Behörden erhalten. Trotzdem beurteile die Bevölkerung von Mitholz die Betroffenheit und die Belastung durch die Räumung als sehr gross. 72 Prozent der Antwortenden gaben gemäss Bericht an, dass sie dadurch eine mittlere, grosse oder sehr grosse Beeinträchtigung der Lebensqualität haben.

Keine Schutzbauten für Häuser

Zudem habe die Räumung für den weitaus grössten Teil der Antwortenden in Mitholz Auswirkungen auf die Zukunftsplanung. So würde bereits bei einem Evakuierungszeitraum von mehr als einem Jahr gut die Hälfte der Antwortenden aus Mitholz wegziehen, bei zehn Jahren seien es mehr als 80 Prozent.

Auch die lange Dauer der Räumungen sowie Sperrungen des Strassen- oder Schienenverkehrs stiessen laut Bericht auf Kritik. Schutzbauten gegen die Auswirkungen von potenziellen Explosionen an den Liegenschaften würden von einer grossen Mehrheit als nicht tragbar empfunden, Schutzbauten für die Bahnlinie hätten hingegen mit Ausnahme der unmittelbar Betroffenen sehr grosse Zustimmung geerntet. Bei den Schutzmassnahmen für die Strasse bestehe eine klare Präferenz für eine Untertunnelung oder neue Linienführung, um Mitholz dauerhaft vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Die Behörden, die in der Arbeitsgruppe Mitholz vertreten sind, äusserten sich laut dem VBS grundsätzlich zustimmend zum Räumungskonzept und sicherten zu, die bisherige Zusammenarbeit fortzuführen. Die Räumung der Munitionsrückstände als Ziel werde trotz aller Kritik nicht in Frage gestellt.