Ein weiterer Kanton: Basel-Stadt verbietet Grossanlässe ab 1000 Personen

Am Sonntag ist Bern vorgeprescht, nun zieht ein zweiter Kanton nach: Der FC Basel darf seine Spiele nur noch vor tausend Zuschauern austragen.

Doris Kleck
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Schon wieder Vergangenheit: Der FC Basel muss wieder vor (fast) leeren Rängen spielen.

Schon wieder Vergangenheit: Der FC Basel muss wieder vor (fast) leeren Rängen spielen.

Martin Meienberger

Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg hatte am Sonntag die Sportwelt erzürnt: Sein Kanton verbot Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, um die Ausweitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Besonders die Grossclubs Young Boys und SC Bern reagierten heftig auf die Ankündigung und sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Schnegg begründete den Entscheid damit, dass das Ansteckungsrisiko in den Menschenansammlungen vor und nach den Spielen sehr hoch sei. Wenn es jetzt nicht gelinge, das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen zu bremsen, müsste man noch viel länger auf Grossveranstaltungen verzichten, so der SVP-Regierungsrat.

St. Gallen hält fest

Nicht alle Kantone teilen diese Einschätzung. Die St. Galler Regierung beschloss am Dienstag, an den Grossveranstaltungen festzuhalten. Das war für den FC St. Gallen eine wichtige Botschaft. Auch in Luzern oder Zug will man nichts von einem Verbot wissen, beobachtet aber die Lage. Der FC Aarau erhielt am Mittwoch die Bewilligung, Heimspiele vor bis zu 3400 Fans auszutragen, allerdings unter strengen Auflagen.

Nun zieht mit Basel-Stadt aber ein zweiter Kanton nach: Aufgrund der steigenden Fallzahlen verbietet die Basler Regierung Grossveranstaltungen. Dieser Entscheid betrifft insbesondere den FC Basel. Allerdings hat der Verein derzeit noch ganz andere Sorgen: die erste Mannschaft steckt noch bis Sonntag in der Quarantäne.

Was machen die übrigen Kantone?

Offen ist, ob weitere Kantone folgen werden. Bekannt ist, dass die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli gerne ein Verbot hätte. Michael Jordi, der Generalsekretär der Konferenz der Gesundheitsdirektoren, sagte Anfang Woche, mehrere Kantone würden die Bewilligungspraxis neu anschauen: «Nebst der epidemiologischen Lage und der Belastung des Contact Tracing spielt neu auch die Kohärenz eine Rolle: Wie gehen Einschränkungen im privaten Raum und Grossveranstaltungen zusammen? Die Schutzkonzepte der Clubs sind streng und werden auch eingehalten. Problematisch sind die Menschenansammlungen vor und nach dem Match», so Jordi.

Damit entsteht ein neuer kantonaler Flickenteppich. Der Bundesrat lehnte es letzte Woche ab, einheitliche Regeln in Bezug auf Grossveranstaltungen zu schaffen. «Der Bund hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Frage der Grossveranstaltungen in der Kompetenz der Kantone liege. Er hat darauf hingewiesen, dass es nicht nur um die nationalen Ligen gehe, sondern auch um Grossveranstaltungen mit regionalem Charakter», sagt GDK-Generalsekretär Jordi.