GfS-Umfrage: Schweizer vertrauen dem Bundesrat und BAG 

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfS Bern und drei Tageszeitungen zeigt, dass die Schweizer Regierung und die Behörden ein hohes Vertrauen geniessen. Doch es gibt auch Kritiker. Fast ein Fünftel der Befragten ist äusserst misstrauisch gegenüber dem Bundesrat. 

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Der Landesregierung geniesst Vertrauen bei der Bevölkerung, doch es gibt auch einen harten Kern von Skeptikern.

Der Landesregierung geniesst Vertrauen bei der Bevölkerung, doch es gibt auch einen harten Kern von Skeptikern.  

Anthony Anex / KEYSTONE

(dpo) Die Schweizerinnen und Schweizer vertrauen in der Coronakrise dem Bundesrat und den Behörden. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut GfS Bern gemeinsam mit dem «Blick», der Westschweizer Zeitung «Le Temps» und dem «Corriere del Ticino» durchgeführt hat. Mindestens drei Viertel der Befragten vertrauen dem Krisenmanagement der Regierung und des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Ausserdem halten drei Viertel der Befragten die Schliessung der Schulen für richtig und fast die Hälfte beurteilen das Verhältnis zwischen Freiräumen und Einschränkungen als ausgewogen. Doch es gibt auch kritische Stimmen. So findet es eine Mehrheit willkürlich, dass Läden mit Direktkontakt am 27. April wiedereröffnen, während dem kleine Läden erst später öffnen dürfen. 

Anhand der individuellen Antworten der Befragten hat GfS Bern die Bevölkerung während der Corona-Krise in fünf Gruppen eingeteilt. Mit 32 Prozent bilden die sogenannten «Fürsorglichen» die grösste Gruppe. Sie hielten sich viel stärker an die BAG-Vorgaben und seien vehement gegen weitere oder schnelle Lockerungsschritte, so das Meinungsforschungsinstitut. Diese Gruppe ist vor allem in der französischsprachigen und italienischsprachigen Schweiz stark vertreten. 

«Oppositionelle» misstrauen Medien und Wissenschaft

«Bemerkenswert verbreitet» sei hingegen der harte Kern der Corona-Skepitker, den sogenannten «Oppositionellen». Fast ein Fünftel der Befragten lassen sich laut GfS dieser Gruppe zuteilen. Eine Mehrheit von ihnen misstraut den Medien und der Wissenschaft und findet, dass die Behörden und die Politik überreagiert hätten. Es seien vorwiegend Männer Männer zwischen 16 und 39 Jahren aus der Deutschschweiz, die zur besagten Gruppe gehörten. 

Nebst den genannten Ergebnissen, scheint sich bei den Befragten vor allem eine klare Meinung durchzusetzen: Pflegerinnen und Pfleger sollen mehr Lohn erhalten. So stimmten drei Viertel dieser Forderung ganz oder teilweise zu.