Ermittlungen laufen
Kriegsverbrechen: Fedpol befragt ukrainische Geflüchtete in der Schweiz

Ukrainische Geflüchtete haben in der Schweiz russische Kriegsverbrechen gemeldet. Nun wird das Bundesamt für Polizei (Fedpol) aktiv: Es hat bereits mehrere Geflüchtete einvernommen – und sucht nach weiteren Zeugen und Opfern.

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Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ermittelt wegen russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine. Es hat dazu mehrere ukrainische Geflüchtete in der Schweiz einvernommen.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ermittelt wegen russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine. Es hat dazu mehrere ukrainische Geflüchtete in der Schweiz einvernommen.

Keystone

Es laufen internationale Bemühungen, Beweise für russische Kriegsverbrechen in der Ukraine zu sammeln. Nun wird auch die Schweiz aktiv: Wie der Sonntagsblick berichtete, hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) mehrere ukrainische Geflüchtete in der Schweiz einvernommen. Mit dem Ziel, Informationen und Beweise «über mögliche Kriegsverbrechen und andere Verstösse gegen das internationale Strafrecht zu sammeln», wie das Fedpol gegenüber CH Media bestätigt.

Das Fedpol hat auf seiner Website ein Meldeportal aufgeschaltet, wo sich potenzielle Zeuginnen und Opfer von Kriegsverbrechen melden können. Derzeit analysiere man die eingegangenen Informationen und gehe «verschiedenen Hinweisen proaktiv nach», schreibt das Fedpol weiter. Zur genauen Anzahl der Meldungen und Einvernahmen macht das Fedpol keine weiteren Angaben. Ebenso wenig zum Inhalt und ersten Ergebnissen.

Auch Strafverfahren in der Schweiz sind möglich

Das Fedpol will später rasch auf allfällige Strafverfahren und Rechtshilfeersuchen – insbesondere des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag oder von ersuchenden Staaten – reagieren können. Möglich wäre auch, dass die Bundesanwaltschaft selbst ein Verfahren eröffnet. Dann nämlich, wenn sich mutmassliche Täter von Völkerrechtsverbrechen auf Schweizer Boden aufhalten. Bis jetzt laufen aber keine solchen Verfahren. (aka)