Erstmals belegt: Tiefere Steuern schützen Arbeitsplätze in Randregionen

Das Staatssekretariat für Wirtschaft zeigt mit einer Studie auf, dass Steuererleichterungen den Arbeitsplatzrückgang im Industriesektor leicht abschwächen.

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In strukturschwachen Regionen, in denen die Steuern gesenkt wurden, konnten leicht mehr Arbeitsplätze in der Industrie vor dem Aus gerettet werden.

In strukturschwachen Regionen, in denen die Steuern gesenkt wurden, konnten leicht mehr Arbeitsplätze in der Industrie vor dem Aus gerettet werden.

Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

(sat) Tiefere Steuern in strukturschwachen Gebieten können Arbeitsplätze retten. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mit Verweis auf eine externe Analyse mitteilt, konnten Steuererleichterungen im Rahmen der nationalen Regionalpolitik den Arbeitsplatzrückgang im Industriesektor leicht abschwächen.

Die im Auftrag des Seco durchgeführte Studie bestätige damit «erstmalig einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Instrument der Steuererleichterungen und einem weniger starken Rückgang der Anzahl Arbeitsplätze». Wie das Kompetenzzentrum des Bundes für wirtschaftspolitische Fragen weiter schreibt, sind die Arbeitsplätze im Industriesektor zwischen 2008 und 2016 zwar auch in den untersuchten strukturschwachen Gebieten zurückgegangen. Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass der Arbeitsplatzrückgang durch das Instrument der Steuererleichterungen «leicht abgeschwächt» habe werden können. Konkret sind laut Seco in den Gemeinden der Anwendungsgebiete im Durchschnitt rund 30 Arbeitsplätze weniger abgebaut worden als in den übrigen strukturschwachen Gebieten.

Wie das Seco festhält, ist die Gesamtzahl der Arbeitsplätze im Industriesektor in den strukturschwachen Gebieten zwar relativ klein. Doch sei daher diese Abschwächung des Rückgangs «verhältnismässig von hoher Bedeutung».

Mit der Regionalpolitik, die seit 2008 in Kraft ist, will der Bund zusammen mit den Kantonen die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere für ländliche Regionen stärken. 2016 ist die zweite achtjährige Förderperiode gestartet. In strukturschwachen Regionen mit rund 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung können dabei beispielsweise jene Unternehmen Steuererleichterungen beantragen, die Arbeitsplätze schaffen oder erhalten und so die Wirtschaft stärken. Voraussetzung ist laut der Website der Regionalpolitik unter anderem, dass es sich um industrielle Unternehmen oder produktionsnahe Dienstleistungsbetriebe handelt.