Gast trotz Visier mit Coronavirus angesteckt — jetzt interveniert das BAG bei Gastrosuisse

In einem Bündner Hotel kam es zu Ansteckungen mit dem Coronavirus, obwohl das Servicepersonal Plastikvisiere trug. Das Bundesamt für Gesundheit will nun seine Empfehlungen für den Wirteverband anpassen.

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Bis anhin liess das Schutzkonzept des Wirteverbands Plastikvisiere als Alternative zu Masken zu.

Bis anhin liess das Schutzkonzept des Wirteverbands Plastikvisiere als Alternative zu Masken zu.

Keystone

(sku) Um Gäste und Angestellte vor Ansteckungen mit dem Coronavirus zu schützen, setzen viele Gastrobetriebe alternativ zu Masken auf Plastikvisiere, wenn der vorgeschriebene Abstand nicht eingehalten werden kann. Diese bieten aber nicht genügend Schutz: In einem Hotel in Pontresina sowie in einer Churer Bar kam es zu Ansteckungen, obwohl das Servicepersonal Schutzvisiere trug. Daraufhin warnte der Kanton Graubünden, dass diese sogenannten Face Shields nicht den gleichen Schutz bieten würden wie Masken.

Nun reagiert auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Die Verwendung eines Visiers ist keine dritte Alternative», schreibt Sprecher Yann Hulmann auf Anfrage. Das BAG will deshalb mit dem Wirteverband Gastrosuisse das Gespräch suchen und die Schutzmassnahmen allenfalls anpassen.

Gastrosuisse selbst zeigt sich bedeckt. «Das Schutzkonzept für das Gastgewerbe (auch die Möglichkeit von Gesichtsvisieren) ist nach Vorgabe und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG entstanden. Was die Wirksamkeit von Schutzmaterial anbelangt, halten wir uns an die Expertenmeinung der Behörden», teilt der Branchenverband schriftlich mit.