Problem mit gewissen Kliniken: Gesundheitsdirektorin Rickli schaltet sich ein

Für Regierungsrätin Natalie Rickli handelt es sich bei der Ärzte-Affäre am Universitätsspital Zürich nicht mehr um Einzelfälle. Sie kritisiert das interne Kontrollsystem als ungenügend und fordert Aufklärung.

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Nun schaltet sich die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli ein.

Nun schaltet sich die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli ein.

Keystone

(rwa) Geschönte Berichte über Operationen, zugeschanzte Patienten - und der Vorwurf, eine Frau mit Hirntumor als Versuchskaninchen missbraucht zu haben: Gleich drei hochrangige Ärzte an Schweizer Kliniken stehen im Kreuzfeuer der Kritik. Im Zentrum steht dabei das Universitätsspital Zürich, an dem sich gleich zwei der drei Fälle abgespielt haben.

Nun schaltet sich die zuständige Regierungsrätin Natalie Rickli ein. Um alle offenen Fragen zu klären, werde sie ein Gutachten in Auftrag geben, sagte die Zürcher Gesundheitsdirektorin im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Das Gutachten soll untersuchen, wie gut die Aufsicht des Spitalrats, der Spitaldirektion und der Gesundheitsdirektion funktionieren. Es handle sich nicht mehr um Einzelfälle.

Die Hauptverantwortung für das Unispital trägt laut Rickli der Spitalrat. «Der Rat ist das oberste Führungsorgan und hat in den Fällen, die jetzt publik wurden, seine Verantwortung offensichtlich nicht genügend wahrgenommen», erklärte die Regierungsrätin weiter. Sie kritisiert das ungenügende interne Kontrollsystem und dass die Risiken zu spät erkannt worden seien. Auch die Kommunikation sei nicht optimal gewesen. So habe sie von einem Fall aus den Medien erfahren.

Rickli ortet generell Fehlanreize im System, etwa bei der Möglichkeit, Zusatzhonorare einzunehmen. Auch bestehe ein «Problem der Macht», die einzelne Chefärzte besässen.