Gratismasken für Sozialhilfebezüger: Gemeindeverband wehrt sich, Städte gehen voran

Verschiedene Schweizer Städte richten sich nach den Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) und finanzieren die Masken für Sozialhilfebezüger. Derweil wehrt sich der Gemeindeverband.

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Viele Städte wollen sicherstellen, dass alle die Vorgaben des Bundes zum Maskentragen einhalten können.

Viele Städte wollen sicherstellen, dass alle die Vorgaben des Bundes zum Maskentragen einhalten können.

Bild: Keystone

(agl/wap) «Die Leute können sich sehr wohl mit Masken eindecken», sagte der Präsident des Schweizerischen Gemeindeverbandes und Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann am Montag gegenüber «Radio SRF». Diese würden zwischen 50 Rappen und einem Franken kosten und könnten mehrfach verwendet werden. «Da sehe ich das Problem nun wirklich nicht», so Germann.

Der Städteverband hat sich zur Masken-Abgabe noch nicht geäussert. Man habe das Thema noch nicht diskutiert und könne dazu keine Stellung nehmen, hiess es auf Anfrage. Wie eine Umfrage von CH Media zeigt, folgen aber bereits einige Städte der Empfehlung der Skos. Diese empfiehlt, die Kosten für Schutzmasken bei Sozialhilfebezügern und -bezügerinnen ab 12 Jahren zu übernehmen, wenn diese den öffentlichen Verkehr nutzen müssen.

So macht es beispielsweise die Stadt St.Gallen. In einer Stellungnahme heisst es, man übernehme die Ausgaben im Rahmen der situationsbedingten Leistungen. Diese Leistungen berücksichtigen gemäss der Skos die «gesundheitliche, wirtschaftliche, persönliche und familiäre Lage von unterstützten Personen». Ebenfalls prüfe St.Gallen, Sozialhilfe beziehenden Personen Zugang zu zu mehrfach nutzbaren, längerfristig günstigeren Stoffmasken zu ermöglichen. Dadurch wolle man sicherstellen, dass diese «wie die ganze Bevölkerung die Vorgaben des Bundes einhalten und zum Gesundheitsschutz aller beitragen können».

Sozialhilfe will Stoffmasken besorgen

Auch in Basel erhalten Sozialhilfebezüger die Kosten für Hygienemasken im Rahmen der situationsbedingten Leistungen. Die Pauschale betrage rund 30 Franken pro Monat und würde so für vier geprüfte Stoffmasken reichen, heisst es auf Anfrage. Wie in St.Gallen will man auch in Basel auf die wiederverwendbaren Masken setzen. Die Sozialhilfe habe deshalb weitere Stoffmasken bestellt, «sodass in absehbarer Zeit Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger mit Masken versorgt werden können».

In der Stadt Luzern gibt es derweil eine Pauschale von 16 Franken im Monat. Damit soll den Klientinnen und Klienten unter anderem die Teilnahme an Massnahmen zur beruflichen und sozialen Integration sowie das Wahrnehmen von medizinischen und therapeutischen Terminen ermöglicht werden. Aus der Stadt Bern heisst es auf Anfrage, der Sozialdienst lege die Höhe der Kosten situativ fest, jedoch mit einer Obergrenze.

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