Grenzgänger profitieren von Schweizer Kurzarbeits-Geld: Kantonsparlamentarier will Frankreich zur Kasse bitten

Verlieren Grenzgänger ihre Arbeit, fallen sie der Arbeitslosenversicherung ihres Heimatlandes zur Last. Beziehen sie Kurzarbeit, kommt ein grosser Teil des Lohnes vom Bund. Ein jurassischer Kantonsrat sieht Handlungsbedarf.

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Der CVP-Kantonsrat will, dass sich Frankreich an den Kosten für die Kurzarbeit über die Quellensteuer beteiligt.

Der CVP-Kantonsrat will, dass sich Frankreich an den Kosten für die Kurzarbeit über die Quellensteuer beteiligt.

Keystone

(wap) Der jurassische CVP-Kantonsrat Jacques-André Aubry will, dass Frankreich einen Beitrag an die Kurzarbeitsentschädigung für seine Grenzgänger bezahlt. Dies meldete RTS am Sonntag. Die Kurzarbeitsentschädigung werde von der Schweiz finanziert und verhindere, dass Frankreich den Betroffenen Arbeitslosenunterstützung ausrichten müsse. Aubrey will, dass Frankreich aufgrund der besonderen Lage mehr Geld an die acht Grenzkantone überweisen soll.

Jährlich bezahlt Frankreich den Kantonen rund 300 Millionen Franken an Quellensteuern – dies entspricht 4,5 Prozent der Steuern, welche die 180'000 französischen Grenzgänger in Frankreich bezahlen. Aubrey verlangt in einer Interpellation von der jurassischen Regierung, dass sie sich mit den anderen Grenzkantonen zusammentut und in Bern darauf hinwirkt, dass dieser Betrag erhöht wird: Das Quellensteuerabkommen mit Frankreich ist Sache des Bundes.