Hausärzte wollen in Corona-Strategie stärker eingebunden werden

Hausärztinnen und Hausärzte kritisieren, sie seien bisher zu wenig eingebunden worden im Kampf gegen das Coronavirus, insbesondere was das Testen betreffe. In einem offenen Brief kritisieren sie die Behörden.

Drucken
Teilen
Eine Mitarbeiterin eines mobilen Coronavirus Testcenters in Bern macht einen Abstrich bei einem Mann.

Eine Mitarbeiterin eines mobilen Coronavirus Testcenters in Bern macht einen Abstrich bei einem Mann.

Keystone

(dpo) «Man hat ohne uns geplant. Man hat nicht die Möglichkeit erwogen, diese Testungen dezentral über verschiedene Hausarztpraxen zu organisieren», sagt der Basler Hausarzt Xaver Huber gegenüber Radio SRF am Dienstag. «Die Infrastruktur, das Personal, die Kenntnisse der Patienten – das wäre alles schon da gewesen.»

Der Hausarzt könne schneller, billiger und einfacher testen, so Huber weiter. Das hätte viele mobile Testzentren überflüssig gemacht. Der Hausarzt hat nun mit seinem regionalen Ärztenetzwerk, zu dem über 60 Ärzte zählen, einen offenen Brief an die politisch Verantwortlichen in der ganzen Nordwestschweiz geschrieben. «Wir versuchen hier bei den entsprechenden Behörden unsere Anliegen zu positionieren», sagt er.

Kantonsärzte: Testen muss schneller gehen

Der Präsident der Kantonsärzte, der Zuger Rudolf Hauri kann die Kritik der Hausärzte nur zum Teil nachvollziehen. Es stimme, dass viele Hausärzte sich im Frühling weniger als gewünscht hätten engagieren können. Aber: «Ein Teil der Hausärzte war ganz froh, wenn sie die Patienten mit Covid-Verdacht nicht untersuchen mussten, oder wenn sie die Tests nicht machen mussten.» Dies aus Angst vor Ansteckungen.

«Man lernt, zieht Schlüsse und macht Erfahrungen aus Vergangenem», sagt der oberste Kantonsarzt mit Blick auf eine mögliche zweite Welle. «Man wird sicher die Testung und die Testzentren immer wieder überprüfen und optimieren.» Das heisst für Hauri vor allem, dass das Testen schneller gehen muss. Ob dafür der Hausarzt oder das Testcenter die bessere Lösung sei, müsse jede Region selber anschauen.