Heilmittelbehörde lässt Corona-Medikament Remdesivir für Behandlungen zu – zumindest vorübergehend

Das Medikament Remdesivir ist nun auch in der Schweiz für die Behandlung von Coronapatienten zugelassen. In den USA wird das Medikament seit April eingesetzt und hat sich positiv auf den Genesungsverlauf ausgewirkt.

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Remdesivir kommt in einigen Ländern schon zum Einsatz.

Remdesivir kommt in einigen Ländern schon zum Einsatz.

Keystone

(gb.) In einem Schnellverfahren hat die Schweizerische Heilmittelbehörde Swissmedic ein Gesuch für die Zulassung von Remdesivir geprüft. Der Wirkstoff kommt bei Patienten zum Einsatz, die an einer Covid-2-Lugenentzündung leiden und beatmet werden müssen. Wie Swissmedic am Donnerstag mitteilte, kann das Medikament, das unter dem Namen Veklury erhältlich ist, ab sofort auch ausserhalb von klinischen Studien eingesetzt werden.

Die Heilmittelbehörde hat das Gesuch vor drei Tagen erhalten und einer sorgfältigen Prüfung unterzogen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der definitive Zulassungsentscheid liegt aber noch nicht vor. Remdesivir darf deshalb erst vorübergehend zur Anwendung kommen. Der Entscheid, den Wirkstoff noch während des laufenden Verfahrens freizugeben, sei dank der Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen und Vorgesprächen mit der Gesuchsstellerin zu Stande gekommen, heisst es weiter.

Die Behörde stützte ihren Entscheid auf Erkenntnisse aus den USA. Dort ist der Wirkstoff seit Anfang Mai im Einsatz und hat gemäss einer Studie bei fast einem Drittel der Patienten die Krankheitsdauer verkürzt. Das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko sei positiv, hält Swissmedic fest.

Ansturm auf Remdesivir

Remdesivir war diese Woche bereits in einem anderen Zusammenhang in den Medien. Watson berichtete, dass die USA sämtliche Remdesivir-Bestände der nächsten vier Monate aufgekauft habe. Wie sich nun zeigt, ging die Schweiz aber nicht ganz leer aus. «Die Schweiz hat sich eine bestimmte Menge von diesem Arzneimittel diese Woche noch gesichert», sagt ein Sprecher des Bundesamts für Gesundheit gegenüber dem «Blick». Die Bestände reichten allerdings nur auf kurze Sicht, so der Sprecher weiter.