Impftempo
«Versteckte Gefahr»: Taskforce warnt vor Verzögerungen bei Eingriffen

Können die Kantone nicht schneller impfen, droht ein Rückstau bei den medizinischen Eingriffen. Die Taskforce des Bundes warnt vor bis zu 6000 Eingriffen, die verschoben werden müssten.

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In den Impfzentren (hier Willisau im Kanton Luzern) wird fleissig geimpft. Noch fehlt aber vielerorts genügend Impfstoff.

In den Impfzentren (hier Willisau im Kanton Luzern) wird fleissig geimpft. Noch fehlt aber vielerorts genügend Impfstoff.

Bild: Boris Bürgisser (Willisau, 21. April 2021)

(mg) Bis zu 6000 verzögerte medizinische Eingriffe drohen bis September, wenn das Impftempo nicht erhöht wird. Dies schreibt die wissenschaftliche Covid-Taskforce in ihrem neusten Policy Brief. Dieses Szenario sei wahrscheinlich, wenn weiterhin pro Tag rund 38'000 Impfungen verabreicht werden. Die Operationen müssten aufgeschoben werden, «um Betten auf den Intensivstationen für Covid-Patienten frei zu machen», wie es im Brief heisst.

Auf dem Höhepunkt der dritten Welle, so die Modellrechnung der Taskforce, würden 1180 Patientinnen und Patienten ein Bett auf der Intensivstation benötigen. Dies würde die Zahl der zertifizierten Intensivpflegebetten deutlich übersteigen und «40 Prozent der Corona-Patienten, die Intensivpflege benötigen, müssten ausserhalb der Intensivstation behandelt werden.» Je höher die Durchimpfung ist, desto geringer sei die Zahl der schweren Verläufe.

Sollte das Tempo auf 50'000 Impfungen pro Tag erhöht werden, droht auch ein Rückstau, dieser wäre aber um 1000 verschobene Eingriffe kleiner. Und selbst wenn pro Tag 100'000 Impfungen verabreicht werden, rechnet die Taskforce immer noch mit 3600 Eingriffen, die nur verzögert durchgeführt werden könnten. Diese Verzögerungen seien eine «versteckte Gefahr der Pandemie», so die Taskforce. Das Impftempo ist unter anderem abhängig davon, wie viel Impfstoff die Schweiz erhält.