Johnson & Johnson will im September Impfstoff gegen Corona an Menschen testen – Berner Standort an Entwicklung beteiligt

Das Pharmaunternehmen hat einen Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 identifiziert. Der Standort Bern von Johnson & Johnson ist ebenfalls eingebunden.

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Bereits Anfang 2021 könnte ein Covid-19-Impfstoff für den Notfallgebrauch verfügbar sein. (Symbolbild)

Bereits Anfang 2021 könnte ein Covid-19-Impfstoff für den Notfallgebrauch verfügbar sein. (Symbolbild)

Matthias Rietschel / AP

(dpo) Johnson & Johnson teilte am Mittwoch mit, es habe einen «vielversprechenden Impfstoffkandidaten» gegen das neuartige Coronavirus identifiziert. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Impfstoffkandidat spätestens im September 2020 in einer Phase-1-Studie an Menschen getestet werden könne.

Bereits Anfang 2021 könnte ein Covid-19-Impfstoff für den Notfallgebrauch verfügbar sein, so Johnson & Johnson. Das Unternehmen werde seine weltweiten Produktionskapazitäten ausbauen, sowohl in den USA als auch in anderen Ländern. Das Ziel sei, mehr als eine Milliarde Impfdosen weltweit zur Verfügung zu stellen.

«Wir befinden uns in einer globalen Gesundheitskrise. Wir tun alles, was wir können, um weltweit so schnell wie möglich einen Impfstoff gegen COVID-19 verfügbar zu machen», sagt Alex Gorsky, CEO von Johnson & Johnson. Das Unternehmen hat im Januar begonnen, an potenziellen Impfstoffkandidaten zu forschen.

Berner Standort ebenfalls eingebunden

Die Forschungsteams hätten gemeinsam mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center der Harvard Medical School eine Vielzahl von Impfstoffkandidaten in präklinischen Tests untersucht. Auf dieser Basis habe man anschliessend einen vielversprechenden Impfstoffkandidaten und zwei «weitere potenzielle Impfstoffkandidaten» für Covid-19 identifiziert.

Das Impfprogramm nutzt Technologien der Firma Janssen Vaccines in Bern-Bümpliz. Der Standort bereite sich zurzeit für die Abfüllung der Impfstoffformulierung für die Phase 1-Studie vor. Janssen Vaccines Bern gehört zu den Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson.

Die Technologien des Impfrogrammes kamen bereits bei der Entwicklung und Produktion des Ebola-Impfstoffs zum Einsatz. Johnson & Johnson geht davon aus, dass klinische Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten bis Ende des Jahres verfügbar sein werden.