Mit einer grossen Stoffsonne und einer Regenbogenfriedenstaube wirbt Greenpeace Schweiz für den Solarsprint.

Mit einer grossen Stoffsonne und einer Regenbogenfriedenstaube wirbt Greenpeace Schweiz für den Solarsprint.

Keystone

Klimaoffensive
Wegen Putin: Grüne wollen Ausbau von Stauseen und Solaranlagen in den Alpen

Der Krieg in der Ukraine liefert den Grünen eine Steilvorlage für ihren Klimaplan: Sie fordern mehr Geld und unkompliziertere Bewilligungen für Solaranlagen, Windräder und Pumpspeicherkraftwerke.

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«Erneuerbare Energien sind Friedens- und Freiheitsenergien» – unter diesem Motto präsentierten die Grünen am Montag in Bern ihre Klimastrategie. Sie entspricht dem, was die Partei schon letztes Jahr gefordert hatte. Geändert hat sich die Argumentation: Die angestrebte Energiewende soll nun nicht mehr nur dem Klimaschutz, sondern auch der energiepolitischen Unabhängigkeit der Schweiz dienen.

Der Ukrainekrieg zeige nämlich, dass die Schweiz durch ihre zögerliche Klimapolitik bei der Energiewende «energetisch angreifbar und verletzlich» geworden sei, sagte Fraktionspräsidentin Aline Trede laut einer Mitteilung. «Wir zahlen heute den Preis der hinausgeschobenen Energiewende.»

Die Fraktionspräsidentin der Grünen, Aline Trede, fordert «Solarpflicht für alle Neubauten».

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Solaranlagen in den Bergen, Stauseen und Windräder als Puffer

Die Grünen fordern deshalb «mehr finanzielle Förderung, mehr Fachkräfte und einfachere und klarere Bewilligungsverfahren», wie der Thurgauer Nationalrat Kurt Egger ausführte. Dies gelte insbesondere für den Solarbereich. Diesen wollen die Grünen massiv ausbauen – etwa mit Anlagen in den Bergen, wo die stärkere Sonneneinstrahlung mehr Ausbeute verspricht.

Ergänzt werden sollen die Sonnenkraftwerke durch Neu- und Ausbau von Stauseen, die als Puffer für den Winter funktionieren sollen. Windkraftanlagen sollen ausserdem dann Strom produzieren, wenn das Wetter schlecht und die Solarausbeute gering ist. Weiter sollen die Schweizer mehr Energie sparen, unter anderem mit einem Verbot von Elektroheizungen.

Auf diese Weise könne die Versorgungssicherheit auch in den kritischen Wintermonaten gewährleistet werden, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Strategiepapier der Grünen. Sie gehen davon aus, dass Solarenergie in Zukunft fast einen Drittel des Stromverbrauchs decken wird.

Auch Greenpeace demonstriert für Solarsprint

Auch Greenpeace Schweiz machte sich am Montag für die Solarenergie stark. Mit einer Aktion auf dem Bundesplatz forderte die NGO eine Verdoppelung der bisherigen Ausbauziele für erneuerbare Energien in der Schweiz von 17 Terawattstunden auf 38 Terawattstunden bis 2035. Die Aktivisten brachten ein Sonnensymbol mit einer Friedenstaube auf dem Bundesplatz an.

Im Vorfeld hatte Greenpeace Schweiz mit einer Petition einen «Solarsprint» gefordert. Diese sei bisher von rund 19'000 Personen unterschrieben worden, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

Auch Greenpeace fordert: Solarenergie soll wichtigere Rolle spielen.

Keystone-SDA

Die Aktionen richten sich an die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (Urek). Diese will sich demnächst mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien befassen. «Es ist einmalig, dass die Urek so nah am Zeitgeschehen wegweisende Entscheide fällt», wird Greenpeace-Klimaexperte Georg Klingler in der Mitteilung zitiert. (wap)

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