Knappheit
1500 Tonnen: Schweiz will noch mehr Butter importieren

Schweizer Butter bleibt Mangelware. Der Bund will deshalb weitere 1500 Tonnen Butter aus dem Ausland importieren und hat dazu das Zollkontingent erhöht.

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Butter ist in der Schweiz ein knappes Gut.

Butter ist in der Schweiz ein knappes Gut.

Keystone

(abi) Seit dem vergangenen Jahr besteht eine hohe Nachfrage nach Milchprodukten. Das hat zu einer Knappheit an Butter auf dem Schweizer Markt geführt. Ein Grund: Die Wertschöpfung in der Käseproduktion ist grösser als in der Produktion von Butter und Magermilchprodukten. Deshalb wird ein Grossteil der Milch auch weiterhin zu Käse verarbeitet. Um dieser Knappheit zu begegnen, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden, das Zollkontingent für Butter um 1500 Tonnen zu erhöhen. Das teilte das BLW am Dienstag mit.

Die Branche rechnet zwar damit, dass die inländische Butter erst im Spätsommer 2021 zur Mangelware werden wird. Um dem Handel und den Verarbeitungsbetrieben die Umstellung auf Importbutter zu erleichtern, erfolge die Importfreigabe bereits wesentlich früher, wie es weiter heisst. Das Teilzollkontingent werde umgehend zur Versteigerung ausgeschrieben, damit ab Anfang März importiert werden könne.

Erste Butterengpässe seit Jahren

Das BLW betont, dass die Importmenge im Vergleich zum Verbrauch relativ gering ist. Rechne man mit einem Jahresverbrauch von 40'000 Tonnen Butter, dann reichten die 1500 Tonnen für den Bedarf von weniger als zwei Wochen. Die zuständige Kommission der Branchenorganisation Milch (BO) wird daher die Situation in zwei bis drei Monaten erneut analysieren. Bleibt die Situation auf dem Milchmarkt angespannt, sind weitere Gesuche für die Erhöhung der Importmenge möglich.

Bereits im vergangenen Jahr hat der Bundesrat mehrfach den Import von zusätzlichem Butter bewilligt. Zuerst während dem Lockdown im Frühling. Und später im Herbst mit Blick auf den zusätzlichen Butterbedarf wegen der anstehenden Weihnachtszeit. Die Versorgungsengpässe mit Butter waren die ersten seit Jahren in der Schweiz.