Krankheit
Massnahmen laut WHO gegen Affenpocken «dringend notwendig»

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert eine Reihe von Massnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Affenpocken. Am Samstag wurde auch in der Schweiz der erste Fall entdeckt.

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Die Affenpocken breiten sich immer mehr aus. Nun fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO Massnahmen. (Archivbild)

Die Affenpocken breiten sich immer mehr aus. Nun fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO Massnahmen. (Archivbild)

Keystone

Es sei «dringend notwendig», das Bewusstsein für die Virenerkrankung zu erhöhen, hiess es Samstagnacht von der UN-Organisation in Genf. Ausserdem müssten Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert werden, sowie Ansteckungswege rückverfolgt werden.

Die Erkrankungen, die bisher in Europa, Nordamerika und Australien bekannt wurden, betrafen laut WHO hauptsächlich – aber nicht nur – Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben. Wegen der noch eingeschränkten Beobachtungslage sei es sehr wahrscheinlich, dass Fälle in weiteren Bevölkerungsgruppen und Ländern auftauchen.

Mit Stand von Samstag ging die WHO von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen aus. Am Samstag wurde bekannt, dass auch in der Schweiz ein Fall entdeckt worden ist: Eine Person aus dem Kanton Bern kam aufgrund «von engem körperlichen Kontakt im Ausland» mit dem Virus in Berührung. Sie befindet sich in Isolation, eine mögliche Kontaktperson wurde informiert.

WHO will keine Reisebeschränkungen

Reisebeschränkungen oder Absagen von Veranstaltungen in betroffenen Ländern sind aus Sicht der WHO derzeit nicht notwendig. Die Organisation wies zwar darauf hin, dass es bei Massenveranstaltungen zu Ansteckungen kommen kann, betonte aber auch, dass Vorsichtsmassnahmen gegen Covid-19 auch gegen Affenpocken wirken.

Das Affenpocken-Virus ruft meist milde Symptome wie Ausschlag, Fieber und Pusteln hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. (dpa/abi)