Krisenmanagement

Schweiz ist für längere Terrorbedrohung gut gerüstet

Die Bewältigung einer terroristischen Bedrohungslage sollte auf operativer Ebene gut funktionieren. Eine Übung hat aber auch Schwachpunkte im Krisenmanagement der Schweiz aufgedeckt.

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Ein Armeeangehöriger während der Sicherheitsverbundsübung 2019 in einem Ad-hoc-Operationszentrum.

Ein Armeeangehöriger während der Sicherheitsverbundsübung 2019 in einem Ad-hoc-Operationszentrum.

Keystone

(rwa) Im November 2019 hatten die Behörden simuliert, wie die Schweiz eine länger andauernde Terrorbedrohung bewältigen kann und welches kritische Aspekte sind. Als mögliches Szenario diente ein Anschlag im Hauptbahnhof Zürich mit 47 Toten und 78 Verletzten. Im Rahmen der Sicherheitsverbundsübung nahmen 2000 Führungskräfte aus 70 Stäben von Bund und Kantonen teil. Übungsleiter und alt Regierungsrat Hans-Jürg Käser verfasste darauf einen Schlussbericht mit Erkenntnissen und Empfehlungen. Diesen hat der Bundesrat am Mittwoch zur Kenntnis genommen.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass die operative Ebene eine terroristische Bedrohungslage gut bewältigt, wie es in der Mitteilung des Verteidigungsdepartements heisst. Die Übung habe aber auch Schwachpunkte zutage gefördert. Der Bericht macht eine Reihe von Empfehlungen an Bund und Kantone. Der Bundesrat hat die zuständigen Stellen nun mit deren Umsetzung betraut.

So sollen etwa interkantonal verbindliche Führungsprozesse bei den Polizeikorps und einheitliche Operationsbefehle geschaffen werden. Ausserdem soll die Krisenkommunikation auf politischer Ebene bei einer nationalen Krisenlage in einer kommenden Übung miteinbezogen werden. Als weitere Empfehlung soll das integrale strategische Lagebild mit einer Verdichtung aller Fachlagen weiterentwickelt und für alle Arten von Krisen standardisiert werden.