Kurzarbeit: Ständerat prüft vollen Lohnausgleich bei tiefen Einkommen

Wer auf Kurzarbeit ist und monatlich weniger als 4000 Franken verdient, soll keine finanziellen Einbussen erleiden. Das verlangt eine Motion. Der Ständerat will das Anliegen nun eingehend prüfen.

Drucken
Teilen
Hinter dem Anliegen steht Ständerätin Maya Graf (Grüne/BL).

Hinter dem Anliegen steht Ständerätin Maya Graf (Grüne/BL).

Keystone

(rwa) Der Vorstoss stammt aus der Feder von Maya Graf (Grüne/BL). Haushalte mit kleinem Einkommen gerieten bei einer Einkommenseinbusse rasch unter das Existenzminimum, begründet sie das Anliegen. Statt Arbeitnehmende in die Sozialhilfe zu drängen, sei es viel vernünftiger, bei Kurzarbeit einen vollen Lohnausgleich zu gewähren. Das schaffe Sicherheit für die Betroffenen und halte sie im Arbeitsmarkt.

Konkret schlägt Graf vor, dass die Kurzarbeitsentschädigung für tiefe Einkommen 100 Prozent des Monatslohnes betragen soll und nicht 80 Prozent. Davon sollen Menschen profitieren, die Vollzeit brutto weniger als 4000 Franken pro Monat verdienen. Gelten soll die Regelung für die ersten sechs Monate seit Beginn der Coronakrise. Der Ständerat fällte zwar am Donnerstag materiell keinen Entscheid. Er wies die Motion jedoch stillschweigend zur Vorprüfung an seine Kommission zurück.