Lehrerverband kritisiert Bund und Kantone für unklare Vorgaben an Schulen

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) blickt dem 11. Mai besorgt entgegen. Die Regeln für die Wiedereröffnung der Schulen gehen aus seiner Sicht zu wenig weit. Praktische Fragen blieben ungeklärt.

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Der Lehrerverband fordert vor dem 11. Mai Nachbesserungen in verschiedenen Bereichen.

Der Lehrerverband fordert vor dem 11. Mai Nachbesserungen in verschiedenen Bereichen. 

Keystone

(rwa) Der Dachverband fühlt sich aussen vor gelassen. Bei der Entwicklung der Vorgaben für den Präsenzunterricht sei er weder vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch von der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) einbezogen worden, moniert der LCH in einer Mitteilung vom Donnerstag. 

Aus seiner Sicht wären weitergehende, verbindliche Regelungen nötig gewesen. «Es ist ja bereits heute erkennbar, dass es in den Kantonen deutliche Divergenzen in Bezug auf die Ausgestaltung der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts gibt», schreibt der Verband. Er fordert Nachbesserungen in verschiedenen Bereichen, damit der Präsenzunterricht am 11. Mai wieder aufgenommen werden kann.

Gesundheitsschutz oberste Priorität

In den kantonalen Schutzkonzepten brauche es praxistaugliche Vorgaben, um den Gesundheitsschutz zu garantieren. Es sei noch unklar, wie Lehrpersonen die beschriebenen Sicherheitsabstände zu den Schülerinnen und Schülern in der Praxis einhalten sollten, vor allem bei der Einzelbetreuung.

Eine praktikable Lösung verlangt der LCH auch für die Ausgestaltung des Präsenz- und Fernunterrichts. Klar sei, dass eine Lehrperson nicht gleichzeitig beides leisten könne. Der Verband betont, dass vulnerable Personen aus der Lehrer- oder Schülerschaft weiterhin im Homeoffice arbeiten können sollen.

Generell wünscht sich der Lehrerverband klare Regeln für praktische Fragen wie etwa zur Interaktion zwischen Lehrer und Schüler. Lösungen müsse es auch im sonderpädagogischen Bereich geben, weil dort in der Betreuung mehr Nähe und Körperkontakt entstehe.

Zudem fordert der LCH eine bessere Koordination zwischen den Kantonen über die Inhalte der Schutzkonzepte. Nur könnten aus seiner Sicht Unklarheiten und Verunsicherung bei Eltern, Schülern und Lehrern vermieden werden. Die Lehrpersonen erwarteten von ihren Arbeitgebern eine schnelle und transparente Information.