Leiter der Kampfjet-Kampagne: «Die Armee hat ein Vermittlungsproblem»

Der Dialog mit der Bevölkerung müsse nach der Kampfjet-Abstimmung intensiviert werden, sagt der Aargauer FDP-Ständerat Thierry Burkart, der die Ja-Kampagne geleitet hat.

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Man sollte die amerikanischen Kampfjet-Modelle jetzt nicht aus der Diskussion ausschliessen, sagt Thierry Burkart.

Man sollte die amerikanischen Kampfjet-Modelle jetzt nicht aus der Diskussion ausschliessen, sagt Thierry Burkart.

Keystone

(agl) Insbesondere bei Frauen und in der lateinischen Schweiz habe die Armee «ein Vermittlungsproblem», so Burkart im Interview mit der «NZZ». «Wir müssen – und das meine ich längerfristig – der Bevölkerung die Sicherheitspolitik sowie Auftrag und Fähigkeiten der Armee in unserem Sicherheitssystem und im Zusammenhang mit aktuellen und künftigen Bedrohungen besser erklären.»

Nach der Abstimmung gehe es darum, die Armee als Gesamtsystem zu verstehen, zu dem die Luftwaffe, aber auch die Cyberabwehr und die Bodentruppen gehören, deren Mittel ebenfalls erneuert werden müssten. Einfach zur Tagesordnung übergehen will Burkart aber nicht: «Wir müssen analysieren, weshalb die Armee in breiten Kreisen der Bevölkerung derart an Rückhalt verloren hat.»

Was die aktuelle Diskussion um die Typenfrage der neuen Kampfjets angeht, warnt Burkart davor, die amerikanischen Modelle jetzt auszuschliessen. Verschiedene Stimmen hatten dies nach der Abstimmung gefordert. Ein Ausschluss würde jedoch die Konkurrenz und damit auch interessante Offerten verringern, auch politische, so Burkart weiter. «Eine Verknüpfung mit dem Europa-Dossier ist sicher eine Möglichkeit, ein anderes Interesse könnte aber auch der Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den USA sein».