Mangelhafte Planung war Ursache für tödlichen Bahnunfall im Tessin

Letztes Jahr wurden auf der Gotthard-Bergstrecke bei Airolo zwei Bahnarbeiter von einem Zug erfasst. Nun liegt der Schlussbericht der Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vor. 

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Zwei Bahnarbeiter wurden 5. Februar 2019 am Gotthardtunnel von diesem Zug Richtung Erstfeld erfasst, wobei einer verstarb.

Zwei Bahnarbeiter wurden 5. Februar 2019 am Gotthardtunnel von diesem Zug Richtung Erstfeld erfasst, wobei einer verstarb.  

Keystone

(dpo) Bei dem Unfall 5. Februar 2019 wurden zwei Bahnarbeiter am Südportal des Gotthardtunnels von einem Richtung Norden fahrenden Zug der Regionalgesellschaft Tilo erfasst. Ein 40-jähriger Schweizer verstarb, sein 39-jähriger Kollege wurde schwer verletzt ins Spital geflogen. Nun hat die Sust ihren Schlussbericht zum Bahnunfall publiziert. 

Demnach fuhren die verunfallten Mitarbeiter auf einem motorisierten Bahndienstfahrzeug – einer sogenannten Draisine – vom Bahnhof Airolo aus Richtung Gleis 13 des Gotthardtunnels, als der Regionalzug Richtung Erstfeld sie auf Gleis erfasste. 

Tessiner Staatsanwaltschaft ermittelt

Gemäss dem Bericht sei der Unfall darauf zurückzuführen, dass die Draisine auf Gleis 3 in der Nähe des Tunneleingangs platziert worden war, obwohl die Gleissperre nur von Gleis 13 in Richtung Tunnelinnenseite vorgesehen war. Kurz vor dem Tunneleingang fuhr der Zug in die Draisine, die sich auf ihrem Gleis befand. Der Zugführer hat eine Notbremsung ausgeführt, aber der Aufprall sei unvermeidlich gewesen. 

Die Sust stellt als Unfallursache eine mangelhafte Arbeitsplanung fest. Zudem hätten zahlreiche gültige, aber nicht übereinstimmende Sicherheitsdokumente ebenfalls zum Unfall beigetragen.

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat letztes Jahr eine Ermittlung gegen vier Personen wegen fahrlässiger Tötung eröffnet.