Mehr Nachhaltigkeit nach der Krise: Romands reisen mit 53'000 Unterschriften nach Bern

Mit einer über 50'000-fach unterschriebenen Petition will eine Gruppe von Personen vorab aus der Romandie das Parlament zum Umdenken auffordern. Am ersten Sessionstag sind die Forderungen in Bern übergeben worden.

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Am Montag hat in Bern die Sondersession der Eidgenössischen Räte in den Hallen der Bernexpo begonnen.

Am Montag hat in Bern die Sondersession der Eidgenössischen Räte in den Hallen der Bernexpo begonnen.

Keystone

(gb.) In den letzten zehn Tagen hat eine Gruppe von Personen aus der Romandie 53'000 Unterschriften für eine Petition ans Parlament gesammelt. Ein Umdenken in verschiedenen Bereichen wird gefordert, etwa in der Wertschätzung von gewissen Berufen, wie Danielle Axelroud, eine der Erstunterzeichnenden, auf Anfrage von CH Media sagt. «In dieser Krise ist vielen klar geworden, wovon unser Leben abhängt». Zum Beispiel bekämen die Pflegeberufe heute nicht viel Anerkennung, sagt Axelroud und erwähnt die Pflegeinitiative, die vom Bundesrat abgelehnt worden war und vom Parlament stark abgeändert worden sei.

Die Unterschriftensammlung ist am Montag Mittag abgeschlossen worden. «Etwa 15 Leute haben sich in Zweier- bis Dreiergruppen auf dem Gelände der Bernexpo aufgehalten und die Forderungen an zwei Parlamentarierinnen übergeben», sagt Axelroud. Auf dem Gelände der Bernexpo war aber auch die Polizei anwesend, um die Einhaltung der Abstände und das Versammlungsverbot zu überprüfen. Axelroud ist enttäuscht, dass sie den Platz anschliessend räumen mussten.

Polizei verteilt vor provisorischem Parlament Bussen

«Zwei, drei von uns haben eine Busse bekommen». Die Kantonspolizei Bern bestätigt auf Anfrage von CH Media, dass sie die Präsenz auf dem Gelände im Verlauf des Tages erhöhte, weil Einzelpersonen und Kleingruppen auf ihre Anliegen aufmerksam machen wollten und dabei gegen die Abstands- und Versammlungsregeln verstossen hatten. «Es wurden Bussen gesprochen und Personen vom Platz verwiesen», sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Hinter der Petition steht laut Axelroud eine lose Gruppe von Personen aus der Romandie, die sich von verschiedenen Bewegungen kennen, zum Beispiel dem Klimastreik oder der Frauenbewegung. Die Forderungen der Gruppe sind dementsprechend breit gefächert. In der Petition wird unter anderem auch gefordert, dass der Wiederaufbau der Wirtschaft ökologischer und lokaler ausgerichtet wird, indem etwa Transportwege verkürzt und internationale Abhängigkeiten reduziert werden. Ganz allgemein geht es laut Axelroud auch darum, dass nicht nur Profitdenken an erster Stelle steht.