Mehrwertsteuer
Finanzielle Vorteile für Vereine: Ab 2023 werden sie steuerlich entlastet

Ab nächstem Jahr müssen Sport- und Kulturvereine sowie gemeinnützige Institutionen erst bei höheren Einnahmen Mehrwertsteuer entrichten. Damit setzt der Bundesrat einen Auftrag des Parlaments um. Er selbst ist skeptisch.

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Sportvereine sind wichtig für den Breitensport. Darum möchte das Parlament sie finanziell entlasten. (Symbolbild)

Sportvereine sind wichtig für den Breitensport. Darum möchte das Parlament sie finanziell entlasten. (Symbolbild)

Keystone

In der Wintersession hatte das Parlament einer Reform zugestimmt, mit der Vereine finanziell entlastet werden sollen. Konkret soll die Obergrenze angehoben werden, bis zu der ehrenamtlich geführten Sport- und Kulturvereinen sowie gemeinnützige Institutionen von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen sind. Damit möchte das Parlament die wichtige Arbeit, welche die Organisationen für den Breitensport und die Kultur leisten, fördern und unterstützen.

Am Freitag hat der Bundesrat nun die Details geregelt. Fällig werden soll die Mehrwertsteuer neu erst ab einem Umsatz von 250'000 Franken, heute sind es 150'000. In den Genuss der neuen Steuerbefreiung kommen nach groben Schätzungen rund 180 Vereine und Organisationen. Die neue Regelung tritt 2023 in Kraft, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung in einer Mitteilung schreibt.

Der Bundesrat stellt sich gegen das Ansinnen. Er fürchtet eine Ungleichbehandlung. Bei anderen Unternehmen gilt heute eine Grenze von 100’000 Franken. Zudem würden schon jetzt bei nicht allen Leistungen, die von diesen Vereinen und Institutionen erbracht werden, Mehrwertsteuern erhoben, betonte Finanzminister Ueli Maurer letzten September im Nationalrat. Mit der Reform würden sich die schon bestehenden «Wettbewerbsverzerrungen» noch weiter verschärfen. (rwa)