Migration
Zu wenig Plätze für Asylsuchende: Nun muss der Bund auf Unterkünfte für Ukrainer zurückgreifen

Unterkünfte, die eigentlich für ukrainische Geflüchtete bereitgestellt wurden, sollen bald auch Asylsuchende beherbergen. Laut dem Staatssekretariat für Migration reichen die Plätze in den Bundesasylzentren mittelfristig nicht aus.

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Die bestehenden Plätze in den Bundesasylzentren reichen nicht aus, um die steigende Zahl an Asylsuchenden zu beherbergen. (Symbolbild)

Die bestehenden Plätze in den Bundesasylzentren reichen nicht aus, um die steigende Zahl an Asylsuchenden zu beherbergen. (Symbolbild)

Keystone

Die Zahl der in der Schweiz gestellten Asylgesuche steigt – und zwar markant. Das meldete das Staatssekretariat für Migration (SEM) bereits am Montag. Nun doppelt das SEM nach. Wie es am Mittwoch mitteilt, würden die «aktuell zur Verfügung stehenden Unterbringungsplätze in den Bundesasylzentren mittelfristig nicht ausreichen». Darin könne man nicht mehr alle Asylsuchenden unterbringen, deren Asylgesuch im beschleunigten Verfahren behandelt wird.

Das SEM braucht zusätzliche Plätze – und will deshalb Asylsuchende «vorübergehend auch in Unterkünften beherbergen, die für Schutzsuchende aus der Ukraine vorgesehen waren», heisst es weiter. Man sei diesbezüglich mit den betroffenen Kantonen, Städten, Gemeinden und anderen Bundesstellen im Gespräch. Es handelt sich dabei um Mehrzweckhallen der Armee, Zivilschutzanlagen und andere, teilweise auch kantonale Strukturen.

Es kommen mehr Menschen über die «Balkanroute» nach Westeuropa

An einer Sitzung des Sonderstabs Asyl am Mittwoch sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter, es brauche weitere Anstrengungen, um «die Herausforderungen der nächsten Monate im Asylbereich zu bewältigen». Neben dem anhaltenden Zustrom von Schutzsuchenden aus der Ukraine steige auch die Zahl von Personen aus anderen Ländern, die ein Asylgesuch in der Schweiz stellen, stetig an.

Insbesondere auf der «Balkanroute» bewegten sich derzeit mehr Menschen Richtung Westeuropa als in den vergangenen Jahren. Keller-Sutter kündigte weiter an, die Schweiz prüfe gemeinsam mit Österreich bilaterale Massnahmen zur Bekämpfung der Sekundärmigration, also der Weiterwanderung aus einem sicheren Staat. (aka)