Multinationale Firmen wollen Pandemie für Kampf gegen Stempelabgabe nutzen

Die Schweiz besteuert Eigenkapitalzuschüsse von Gesellschaftern mit einem Prozent. Geht es nach dem Verband der Holdinggesellschaften, soll diese Emissionsabgabe nun abgeschafft werden – wegen Corona.

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Ohne Emissionsabgabe kämen die Unternehmen günstiger zu Geld von ihren Aktionären. (Symbolbild)

Ohne Emissionsabgabe kämen die Unternehmen günstiger zu Geld von ihren Aktionären. (Symbolbild)

Keystone

(wap/sat) Seit Jahren ist das Dossier im Parlament blockiert: 2013 stellte sich der Ständerat gegen die vom Nationalrat gutgeheissene Abschaffung der sogenannten Emissionsabgabe. Dies bedeutet, dass Eigenkapitalzuschüsse von Gesellschaftern weiterhin mit einem Prozent besteuert werden. Die Interessenvertretung der multinationalen Unternehmen der Schweiz, Swiss Holdings, fordert in einer Mitteilung vom Dienstag nun vom Ständerat, der Abschaffung der Steuer doch noch zuzustimmen.

Den jüngsten Anlauf, die verfahrene Situation zu deblockieren, unternahm Finanzminister Ueli Maurer 2018 und wollte gleich alle Stempelabgaben beerdigen. Die Emissionsabgabe auf dem Eigenkapital, die Umsatzabgaben auf dem Wertschriftenhandel und die Abgabe auf Versicherungsprämien. Diese bringen dem Bund jährlich über zwei Milliarden Franken ein. Bislang ist jedoch auch dieser Anlauf nicht richtig in Gang gekommen.

Nun argumentiert Swissholdings, wegen der Coronakrise müssten viele Unternehmen schon bald frisches Eigenkapital beschaffen, um die zum Teil massiven Verluste abfedern zu können. In einer solchen Situation sei es schädlich, wenn das eingeschossene Geld auch noch mit Steuern belastet werde. Besonders dramatisch sei die Situation der Start-Ups, die naturgemäss viel Kapital «verzehrten» und zu Beginn hohe Verluste schrieben. Diese Unternehmen profitierten nicht von den vom Bund verbürgten Krediten. Bei ihnen wirke die Emissionsabgabe zusätzlich «schädlich und innovationsverhindernd», schreibt der Verband der Holdinggesellschaften.