Nach Mängeln in Herzchirurgie: Unispital Zürich beurlaubt Klinikdirektor

Der umstrittene Direktor der Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich wird für drei Wochen beurlaubt. In der «belastenden Ausnahmesituation» stelle der Spitalrat damit sicher, dass der Betrieb funktioniere.

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Das Universitätsspital Zürich sieht Handlungsbedarf.

Das Universitätsspital Zürich sieht Handlungsbedarf.

Matthias Scharrer (mts) / LTA

(sat) Wie das Universitätsspital Zürich (USZ) am Mittwoch weiter mitteilt, erhält der Klinikdirektor zudem Zeit, detailliert Stellung zu nehmen zu einem Untersuchungsbericht sowie zur laufenden Untersuchung der Universität Zürich. Am Freitag hatten diesen die Tamedia-Zeitungen in einer Recherche publik gemacht. Demzufolge soll der Herzchirurgie-Direktor unter anderem bei Operationen Implantate von Firmen verwendet haben, an denen er selber finanziell beteiligt ist. Dies machte der Klinikdirektor jedoch nicht transparent. Zudem hat er die Fälle unkorrekt dokumentiert und widersprach auch im Umgang mit Behörden und bei der Abbildung von Forschungsergebnissen den Standards des USZ.

Das Universitätsspital räumte zwar umgehend «umfassenden Handlungsbedarf» ein, stellte sich jedoch hinter den Direktor seiner Herzchirurgie, handle es sich dabei doch um eine weitherum fachlich anerkannte Persönlichkeit. Zudem hätten keine Hinweise auf eine persönliche Bereicherung gefunden werden können oder dass Patientinnen oder Patienten je gefährdet waren. Nebst der Universität Zürich hat auch der Kanton Zürich weitere Abklärungen angekündigt. Das USZ schreibt dazu am Freitag, über die bereits getroffenen Massnahmen hinaus stehe man im Austausch mit der kantonalen Gesundheitsdirektion sowie mit der zuständigen Aufsichtskommission des Kantonsrates.