Nach Untersuchung der Finanzkontrolle: BLS-Chef Bernard Guillelmon tritt zurück

Bernard Guillelmon, CEO der BLS, tritt zurück. Dies nachdem die Eidgenössische Finanzkontrolle die Bilanzen der Bahngesellschaft untersucht und kritisiert hat. Auslöser für die Untersuchung waren unrechtmässige Bezüge von Subventionen durch die BLS.

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Bernard Guillelmon tritt nach falschen Bezügen von Subventionen als Direktor der BLS zurück. Er war seit 2008 Chef der Berner Bahngesellschaft.

Bernard Guillelmon tritt nach falschen Bezügen von Subventionen als Direktor der BLS zurück. Er war seit 2008 Chef der Berner Bahngesellschaft.

Keystone

(dpo) Den Rücktritt ihres Chefs hat die BLS am Freitag mitgeteilt. Für Bernard Guillelmon sei mit der Veröffentlichung des Berichtes der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) der «richtige Zeitpunkt» gekommen, um die Umsetzung der von ihm vorangetriebenen Verbesserungsmassnahmen in neue Hände zu legen, schreibt die Berner Bahngesellschaft. Aus Guillelmons Sicht brauche es für diese Aufgabe jetzt ein «anderes Profil» für die Funktion des CEO, so die BLS.

Laut Mitteilung dankt der Verwaltungsratspräsident der BLS, Rudolf Stämpfli, Bernard Guillelmon für sein langjähriges und leidenschaftliches Engagement: «Er hat die BLS während zwölf Jahren in einem anspruchsvollen Umfeld mit unterschiedlichsten Interessen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem starken und innovativen Akteur im Schweizer ÖV gemacht.» Dass Bernard Guillelmon nun zurücktrete, zeigt laut Stämpfli «seine Integrität und seine tiefe Verbundenheit zur BLS».

Auch BLS-Tochter Busland AG bezog zu hohe Abgeltungen

Der Verwaltungsrat der BLS hat gemäss Mitteilung entschieden, Dirk Stahl ab November 2020 als interimistischen CEO einzusetzen. Stahl führt derzeit die BLS Cargo AG und ist seit 2010 stellvertretender CEO der BLS. Bernard Guillelmon bleibe bis Ende Oktober, um einen «reibungslosen Übergang» zu garantieren, schreibt die BLS weiter. Gleichzeitig habe der Verwaltungsrat eine Findungskommission für die Neubesetzung des CEO-Postens bestimmt.

Der Rücktritt von Bernard Guillelmon folgt im Zuge eines am Donnerstag publizierten Berichts der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), in dem sie die Bilanzen der Bahngesellschaft genauer unter die Lupe genommen hat. Zuvor war im Februar bekannt geworden, dass das Unternehmen 43,6 Millionen Franken Subventionen zu Unrecht bezogen hatte. Gemäss der EFK wurden auch bei der BLS-Tochter Busland AG Halbtax-Entschädigungen nicht korrekt verrechnet und zu hohe Abgeltungen für Dienstleistungen bezogen.