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Der Europäische Schwimmverband Len soll Zahlungen an mehrere italienische Firmen nicht deklariert haben. Entsprechende Unterlagen sind bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt eingegangen.
(dpa/gb.) Gegen einen Spitzenfunktionär des Europäischen Schwimmverbandes Len, der seinen Sitz in Nyon hat, stehen Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmässigkeiten im Raum. Dabei geht es um angeblich nicht zu erklärende Zahlungen an unbekannte Firmen.
Unterlagen sollen Zahlungen von der Len an drei italienische Unternehmen belegen, für die die entsprechend vermerkten Dienstleistungen nie erbracht worden seien. Nach Recherchen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung», der englischen «Sunday Times» und des australischen «Daily Telegraph» gehört eines der Unternehmen mehrheitlich einem führenden Len-Funktionär.
Dieser soll zusammen mit zwei Kollegen eine Vereinbarung zwischen der Len und der Firma Elevan über Beratungstätigkeiten im Zusammenhang mit TV-Rechten unterzeichnet haben. Bei den drei vergangenen Verträgen mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) soll es den Angaben von Len-Funktionär Bartolo Consolo zufolge um insgesamt 2,3 Millionen Euro gehen
Consolo, von 1990 bis 2008 Präsident der Len, war 2019 einem anonymen Hinweis auf diese finanziellen Unregelmässigkeiten nachgegangen. Zudem waren an zwei weitere in Italien als Immobiliengesellschaften geführte Firmen wohl mehrere Honorare zwischen 20'000 und 24'400 Euro gezahlt worden. Eine der Firmen befindet sich mehrheitlich im Besitz des Len-Funktionärs. Er äusserte sich auf Nachfrage nicht.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt bestätigt den Eingang der Unterlagen und äussert sich darüber hinaus nicht dazu. Auch Staatsanwälte in Italien haben die Unterlagen erhalten.