öV-Branche beschliesst 15 Kulanztage für GA, Verbund- und Streckenabos

Trotz massiven Ausfällen entschädigt die Branche ihre Stammkunden mit insgesamt 100 Millionen Franken. Das Halbtax ist von den Vergütungen ausgeschlossen. 

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(gb.) Die öV-Branche schenkt Besitzerinnen und Besitzer von Verbund-, Strecken- oder Moduljahresabonnements wegen der eingeschränkten Mobilität während der Coronakrise pauschal 15 zusätzliche Abo-Tage. Dies teilte der Branchenverband Alliance Swisspass am Mittwoch an einer Medienkonferenz mit. Bei den Generalabonnementen (GA) wird der Wert von 15 Abo-Tagen auf die Rechnung für die Erneuerung des GA angerechnet. Wird das GA nicht erneuert, erfolgt aber keine Zahlung an die Kunden, wie ein Sprecher auf Frage eines Journalisten präzisierte.

Von den Bestimmungen ausgeschlossen sind das Halbtax-Abo, das seven25 (ehemals Gleis7) und das Ausflugs-Abo. In Bezug auf das Halbtax sagten die Vertreter von Alliance Swisspass, dass dies bereits nach wenigen Fahrten amortisiert wäre und deshalb keine Kulanztage angerechnet bekomme.

Für GA-Inhaber ist es zudem weiterhin möglich, ihr Abo für einen Monat kostenlos zu hinterlegen. Neu ist aber, dass dies während der ausserordentlichen Lage auch mit Rückwirkung auf den 15. März gemacht werden kann.

Nachfrage ging um 80 Prozent zurück

Die Massnahmen kosten die öV-Branche rund 100 Millionen Franken. Die Sprecher betonten mehrmals, dass sich die Branche in einer sehr schwierigen Lage befinden würde. Wegen des Einbruchs der Nachfrage entgingen ihr pro Monat rund 500 Millionen Franken. Der Verkauf von Tagesbilleten und Einzelfahrten sei fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Insgesamt habe die Nachfrage um 80 Prozent abgenommen. Gleichzeitig aber müsse weiterhin die Grundversorgung sichergestellt werden. 70 Prozent der Züge und Busse seien weiterhin wie gewohnt unterwegs.