Offene Grenzen locken Schweizer Einkaufstouristen wieder nach Deutschland

Seit anderthalb Wochen sind die Grenzen zu Deutschland wieder geöffnet. Die Einkaufstouristen sind bereits zurück – wenn auch mit etwas reduzierter Nachfrage.

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Die Nachfrage aus der Schweiz hat in deutschen Einkaufszentren wieder zugenommen. (Symbolbild)

Die Nachfrage aus der Schweiz hat in deutschen Einkaufszentren wieder zugenommen. (Symbolbild)

Keystone

(dpa/lsw/gb.) Erleichterung für den Einzelhandel in der deutsch-schweizerischen Grenzregion: Nach der Grenzöffnung sind viele Schweizerinnen und Schweizer auf deutscher Seite wieder in Shoppinglaune. Die Nachfrage habe sich aber erst einmal auf die Dinge des täglichen Bedarfes konzentriert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, Claudius Marx. «Schuhe, Textil, Luxusgegenstände und grössere Anschaffungen konnten offenbar noch etwas warten.»

Der grosse Ansturm sei bislang noch ausgeblieben, sagte Marx weiter. «Wir haben ihn aber auch nicht erwartet. Vielmehr sind wir davon ausgegangen, dass die Rückkehr der Kunden aus der Schweiz ein schrittweiser Prozess sein würde.»

Schon vor Corona wurde weniger in Deutschland eingekauft

Der Einkaufstourismus sei bereits vor Corona-Zeiten rückläufig gewesen: 2016 seien im Bereich der Hauptzollämter Singen und Lörrach noch 17,6 Millionen Ausfuhrbescheinigungen abgestempelt worden, 2019 nur noch 15,59 Millionen. Mit den Formularen können sich Einkaufstouristen aus der Schweiz die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. «Hinzu kommt, dass der Lockdown das Einkaufs- und Freizeitverhalten verändert hat», sagte Marx. «Der Onlinehandel gehört zu den Gewinnern der Krise.»

Die Händler bemühen sich, mit unterschiedlichen Strategien die heimische und auch die Schweizer Kundschaft zurückzugewinnen. «Dazu zählen Preissenkungen, wo etwa lagernde Ware dringend verkauft werden muss, wie zum Beispiel in Bekleidungsgeschäften, die wegen des Lockdowns noch auf der Frühjahrskollektion sitzen», sagte Marx.