Pandemie
Umfrage zeigt: Potenzial an Impfwilligen ist ausgeschöpft

Die Bevölkerung schätzt die Lage in der Schweiz derzeit positiv ein. Allerdings scheint beim Impfen das Potenzial bereits ausgeschöpft. Dies geht aus der jüngsten SRG-Umfrage zu Corona hervor.

Dario Pollice
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Die Schweizer Impfkampagne ist ins Stottern geraten. Das Potenzial scheint ausgeschöpft. (Symbolbild)

Die Schweizer Impfkampagne ist ins Stottern geraten. Das Potenzial scheint ausgeschöpft. (Symbolbild)

Keystone

Die Stimmung der Schweizerinnen und Schweizer hat sich im Gegensatz zu Beginn der Pandemie deutlich erhellt. Dazu haben der Fortschritt der Impfkampagne, die sinkenden Fallzahlen und die Massnahmenlockerungen beigetragen. Auch die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage fällt mittlerweile positiver aus, wie der am Freitag veröffentlichte SRG Corona-Monitor aufzeigt. Für die achte Ausgabe hat das Forschungsinstitut Sotomo 23’337 Personen zwischen dem 1. und dem 5. Juli 2021 online befragt.

Während im März erst acht Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft waren, ist dieser Anteil bis Anfang Juli auf 60 Prozent gestiegen. Doch mittlerweile ist die Schweizer Impfkampagne ins Stottern geraten, es gibt immer mehr freie Impftermine. Nicht nur das: Gemäss der SRG-Umfrage scheint das Impfpotenzial derzeit weitgehend ausgeschöpft. So gaben gerade mal drei Prozent der Befragten an, sich sofort impfen lassen zu wollen. Weitere zwölf Prozent wollen zunächst noch abwarten.

Rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer will sich grundsätzlich nicht impfen lassen. Dieser Anteil ist laut der Studie seit Beginn der Impfkampagne konstant geblieben. Bei der Impfbereitschaft zeigt sich dabei ein Stadt-Land-Graben: In den Grossstädten und deren Agglomerationen bestehe eine deutlich grössere Bereitschaft sich piksen zu lassen als im ländlichen Raum.

Parteigraben bei Impfbereitschaft

Eine weitere Auffälligkeit: Die Impfskepsis ist stark mit der politischen Orientierung verknüpft, wie die Umfrage zeigt. Vor allem SVP-Anhänger stechen hervor. Von diesen wollen sich 51 Prozent grundsätzlich nicht impfen lassen. Auch bei der Basis der Grünen zeigt sich mit 15 Prozent eine gewisse Impfskepsis.

Impfbereitschaft nach Parteinähe. Die Skepsis ist vor allem bei SVP-Anhängern gross.

Impfbereitschaft nach Parteinähe. Die Skepsis ist vor allem bei SVP-Anhängern gross.

SRG/Sotomo

Als Hauptgründe für einen Impfverzicht wurden genannt: zu wenig erprobte mRNA-Impfungen, befürchtete Nebenwirkungen und eine generelle Ablehnung gegenüber Impfungen.

Hauptgründe für eine abwartende oder ablehnende Haltung zur Impfung.

Hauptgründe für eine abwartende oder ablehnende Haltung zur Impfung.

SRG/Sotomo

Zufrieden mit dem Schweizer Weg

Obwohl der Bundesrat zum Teil heftige Kritik für seinen Schweizer Weg einstecken musste, steht die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Landesregierung. Anfang Juli hatten 54 Prozent Vertrauen in den Bundesrat, während der Anteil mit geringem Vertrauen auf 26 Prozent zurückfiel, wie aus der Umfrage hervorgeht. Ausserdem sind fast drei Viertel der Befragten der Ansicht, die Schweiz gehe besser mit den Herausforderungen der Pandemie um als andere Länder Europas.

Immer weniger Befragte fürchten sich indes vor Arbeitsplatzverlust und finanziellen Einbussen. Die Pandemie wird nicht mehr als Wirtschafts- dafür als Gesellschaftskrise wahrgenommen. So sind 60 Prozent der Ansicht, dass die Coronapandemie langfristig zu einer Polarisierung der Gesellschaft beiträgt.