Protest nach Entlassung von Generalvikar Martin Kopp: Katholiken klagen gegen Übergangsbischof

Eine Gruppe von Katholiken klagt vor dem Diözesangericht gegen den übergangsmässigen Churer Bischof Peter Bürcher. Dieser soll die Gläubigen anhören, fordern sie.

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Das Diözesangericht soll den Katholiken zu ihrem Recht verhelfen: Einem Gespräch mit Übergangsbischof Peter Bürcher.

Das Diözesangericht soll den Katholiken zu ihrem Recht verhelfen: Einem Gespräch mit Übergangsbischof Peter Bürcher.

Keystone

(agl) Ursache für die Klage ist die Entlassung des Innerschweizer Generalvikars Martin Kopp im März, nach 17-jähriger Tätigkeit. In einer Petition forderten über 3800 Personen von Bürcher, den Entscheid rückgängig zu machen oder andernfalls eine Begründung vorzulegen. Zu einen Gespräch zwischen den Petitionären und dem Apostolischen Administrator Bürcher sei es aber nie gekommen, sagt der Zürcher Pastoralassistent Zeno Cavigelli in einem Interview auf dem Portal «kath.ch».

Cavigelli ist Sprecher der Gruppe, die nun beim Diözesangericht eine Klage eingereicht hat. In der Klageschrift, die «kath.ch» publiziert hat, rufen die Gläubigen das Gericht an, ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen, mit Bürcher zu sprechen. Gläubige im Bistum Chur fühlten sich nach Kopps Entlassung und der dafür mehrfach gegebenen kurzen Begründung, dieser habe die Loyalität gebrochen, vor den Kopf gestossen, heisst es weiter. Bürcher habe sich wiederholt einem Gespräch zum Thema entzogen, sei es bei der Übergabe der Petition am 18. September oder bei Terminanfragen via Telefon.

«Ich hoffe, dass nun das Diözesangericht vermittelt und zum Schluss kommt: Bischof Bürcher muss den Menschen zuhören», so Cavigelli weiter. Zudem erwarte er von der römisch-katholischen Kirche, dass sie sich weiterentwickele zu einer Kirche, in der es Dialog und Rechtsverbindlichkeit gebe statt nur Willkür. «Die absolutistische Herrschaft ist anachronistisch und verletzt das moderne Rechtsempfinden – auch von Katholikinnen und Katholiken».