Referenzzinssatz sinkt auf 1,25 Prozent – Mieterverband fordert Mietsenkung 

Der hypothekarische Referenzzinssatz beträgt neu 1,25 Prozent und liegt damit 0,25 Prozentpunkte unterhalb des letztmals publizierten Satzes. Der Mieterverband (MV) fordert von den Vermietern eine umgehende Mietsenkung. 

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Der hypothekarische Referenzzinssatz beträgt neu 1,25 Prozent. (Symbolbild)

Der hypothekarische Referenzzinssatz beträgt neu 1,25 Prozent. (Symbolbild) 

Keystone

(dpo) Erstmals seit Juni 2017 sinkt der Referenzzinssatz per Montag 2. März 2020 um ein Viertelprozent auf 1.25 Prozent. Die Senkung des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) war schon vom MV als auch vom Hauseigentümerverband (HEV) länger erwartet worden. 

Der Referenzzinssatz gilt für die Mietzinsgestaltung in der ganzen Schweiz und stützt sich auf den vierteljährlich erhobenen Durchschnittszinssatz der inländischen Hypothekarforderungen. Da der  Durchschnittszinssatz gegenüber dem Vorquartal von 1,39 Prozent auf 1,37 Prozent gesunken ist, wird der Referenzzinssatz kaufmännisch auf 1,25 Prozent gerundet.

Eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte bedeutet, dass die Mieterinnen und Mieter im Grundsatz einen Senkungsanspruch im Umfang von 2,91 Prozent haben falls der Mietzins bei der letzten Referenzzinssatzsenkung angepasst wurde. Wenn der Mietzins noch auf einem höheren Referenzzinssatz als 1,5 Prozent basiert, resultiert eine grössere Mietzinsreduktion.

In einer Mitteilung fordert der MV die Vermieter auf, «die Mieten umgehend zu senken». Die Senkung bedeute, dass die Mieten schweizweit um eine Milliarde Franken gesenkt werden müssen, so der MV weiter.

Der HEV hingegen betont, dass das Gesetz bei Änderungen des Referenzzinssatzes keinen Automatismus kenne, «weder bei Senkungen noch bei Erhöhungen». Dennoch empfiehlt er den Vermietern, ihre Mietzinse aufgrund der aktuellen Kostensituation zu überprüfen.