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Restaurants und Museen dürfen am 11. Mai wieder öffnen

Der Bundesrat geht am Mittwoch mit den Lockerungen einen grossen Schritt weiter: Neben Läden und Schulen dürfen auch Restaurants, Museen und Bibliotheken am 11. Mai wieder öffnen. Grossveranstaltungen sind bis Ende August verboten. 

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Der Bundesrat hat entschieden, bei den Lockerungen schneller vorzugehen als bisher geplant.

Der Bundesrat hat entschieden, bei den Lockerungen schneller vorzugehen als bisher geplant. 

Keystone

(agl) «Die Massnahmen haben gewirkt», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Mittwoch vor den Medien in Bern. Weil sich die Ansteckungen verlangsamen, habe der Bundesrat entschieden, bei den Lockerungen weiterzugehen als am 16. April angekündigt. Es handle sich wie bisher auch um einen Mittelweg. «Wir bleiben realistisch und öffnen nicht überstürzt.» Parallel zu den Öffnungen soll auch der öffentliche Verkehr wieder hochgefahren werden. 

Trotzdem appelliert Sommaruga an die Bevölkerung: «Wir können jetzt nicht einfach weiterleben wie bisher. Die Krise ist noch nicht vorbei.» Auch Gesundheitsminister Alain Berset ergänzt, es könne nur funktionieren, wenn alle am selben Strang ziehen, sich an die Abstands- und Gesundheitsmassnahmen halten und wenn möglich zu Hause arbeiten. 

Am 11. Mai können auch Gastrobetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Schritt seien maximal vier Personen an einem Tisch oder Eltern mit Kindern erlaubt, so Berset. Zwischen den Gästegruppen müssten zwei Meter Abstand eingehalten werden oder Trennungselemente vorhanden sein. Auch Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen. Hier können laut Berset Hygiene- und Distanzregeln gut eingehalten werden.

Übergang zur strikten Eindämmungsstrategie

Der Bundesrat hat am Mittwoch weiter entschieden, Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen bis Ende August zu verbieten. «Wir haben das auf Ende August beschränkt, um uns auch mit den Nachbarstaaten abzustimmen», so Berset. Das solle eine gewisse Planungssicherheit geben. Am 27. Mai will er entscheiden, was mit Veranstaltungen mit unter 1000 Personen passieren soll. 

Wenn die Ansteckungen genügend tief gesunken sind, sollen die Kantone die Übertragungsketten wieder flächendeckend zurückverfolgen. «Wir werden versuchen, eine strikte Eindämmungsstrategie einzuführen», erklärte der Gesundheitsminister. Positiv getestete Personen werden isoliert, wer mit ihnen Kontakt hatte unter Quarantäne gestellt.

Bergbahnen und Gottesdienste: Es gibt noch viel zu tun

Um die Rückverfolgung zu unterstützen, soll eine App zur Verfügung stehen. Der Gebrauch der App ist freiwillig, die eigenen Daten sind allein für die Benutzer einsehbar und es werden keine Personendaten oder Ortsangaben genutzt. Diese App werde aber bestimmt nicht die Arbeit ersetzen, die bereits in den Kantonen begonnen habe, so Berset.

Der Bundesrat habe noch einiges zu tun, auch wenn man langsam in den Alltag zurückkehre, sagt Berset weiter. Es müsse beispielsweise noch beraten werden, wie es mit den Bergbahnen oder mit Gottesdiensten weitergehe.

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