Zürcher versenken das Milliarden-Projekt Rosengartentunnel deutlich

Der Rosengartentunnel wird nicht realisiert werden. Es wird mit über 60 Prozent von der kantonalen Stimmbevölkerung abgelehnt. 

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Der Verkehr an der Rosenbergstrasse hätte künftig unterirdisch geführt werden sollen.

Der Verkehr an der Rosenbergstrasse hätte künftig unterirdisch geführt werden sollen.

Keystone

(mg) Der Kanton Zürich lehnt das Projekt Rosengartentunnel ab. Über 60 Prozent der kantonalen Stimmbevölkerung sagen Nein. Nötig wäre ein Ja zu zwei Vorlagen gewesen: Abgestimmt wurde über ein Spezialgesetz und einen Rahmenkredit. Bei beiden Vorlagen zeigt sich eine ähnliche Ablehnung.

Das Projekt wollte, dass der Verkehr, der heute über die Rosengarten-Strasse fährt, künftig in einem Tunnel geführt wird. Das Quartier leidet schon länger unter den verstopften Strassen und dem Verkehrslärm. Täglich befahren bis 56'000 Autos die Strasse. Auf der verkehrsberuhigten Fläche hätte eine neue Tramlinie fahren sollen.

Strassenprojekt hätte über eine Milliarde gekostet

Nun kommt dieses 1,1 Milliarden Franken teure Projekt  aber nicht. «Es ist ein Totalschaden für die rechtsbürgerliche Verkehrspolitik», schreibt die SP in einer Mitteilung. Sie hatte sich zusammen mit den anderen linken Parteien, sowie GLP und CVP gegen das Projekt gewehrt. Nun brauche es eine rasche Verkehrsberuhigung an der Rosengartenstrasse. Sei es durch  «die Umlenkung des Durchgangsverkehrs auf die Nordumfahrung, die Verlagerung vom Auto auf den gut ausgebauten öffentlichen Verkehr oder eine Temporeduktion als ersten Schritt», so die SP. 

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh drückte an einer Pressekonferenz ihr Bedauern aus, dass der Tunnel keine Mehrheit gefunden habe. Sie war schon in ihrer Zeit als Kantonsrätin eine Vorkämpferin für das Projekt. Sie sagte, dass der Abstimmungskampf sehr emotional geführt worden sei und dabei der Nutzen für das betroffene Quartier untergegangen sei. 

«Keinen Plan B»

Die Tunnelgegner hatten kritisiert, dass das Projekt zu viel koste und nicht mehr zeitgemäss sei. Walker Späh betonte an der Pressekonferenz, dass «man keinen Plan B habe».  Zumindest vorläufig werde nun weiterhin genau gleich viel Verkehr durch das Quartier fahren, so die Regierungsrätin. 

Die Bauarbeiten für den 2,3 Kilometer langen Tunnel hätten rund 15  Jahre gedauert. Dass es nun nicht gebaut wird, liegt vor allen an den linken Parteien. Dafür waren mehrheitlich die FDP, SVP und die beiden Regierungen von Stadt und Kanton Zürich. 

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