157 Millionen mehr: Sanierung des Lötschbergtunnels wird zum Streitfall

Die Sanierung des Lötschbergtunnels dürfte teurer werden als bisher angenommen. Der Baukonzern Marti AG stellt Nachforderungen in Millionenhöhe – zum Ärger der BLS. Nun schaltet sich die Politik ein.

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Die Sanierung des Lötschbergtunnels gibt zu reden.

Die Sanierung des Lötschbergtunnels gibt zu reden.

Keystone

(rwa) 2018 erhielt das Bauunternehmen Marti AG den Zuschlag für die Sanierung der Fahrbahn im Lötschberg-Scheiteltunnel. Kostenpunkt: 89 Millionen Franken. Nun zeigen Recherchen der SRF-Sendung «Rundschau», dass die Arbeiten teurer werden dürften. Die Marti AG stellt hohe Nachforderungen für die Sanierung. Konkret verlangt sie maximal 157 Millionen Franken von der Bauherrin BLS, wie das Bahnunternehmen am Mittwoch auf Anfrage von CH Media bestätigte. Gemäss «Rundschau» soll die Marti AG höhere Aushub- und Betonmengen für die Mehrkosten geltend machen.

Allerdings dauern die Verhandlungen noch an. Für die BLS ist klar, dass höhere Kosten nicht in Frage kommen. In der schriftlichen Stellungnahme wählt der Konzern ungewöhnlich deutliche Worte: «Wir akzeptieren diese Forderung nicht und werden alles daran setzen, die Mehrkosten so gering wie möglich zu halten.»

Politiker fordern Untersuchung

Ein interner Revisionsbericht der BLS hat jedoch auch Schwachstellen im Beschaffungsprozess offenbart. So habe es «Ressourcenengpässe» und «fehlende Kontrollen» gegeben, wie das Bahnunternehmen schreibt. Der Rechtsdienst sei etwa zu spät ins Beschaffungsprojekt miteinbezogen worden, räumt die BLS ein.

Die drohende Kostensteigerung ruft auch die Politik auf den Plan. Für einmal sind sich Politiker von links bis rechts einig, dass das so nicht geht: «Das zahlt am Schluss der Steuerzahler. Das muss die GPK untersuchen», sagt der Berner SVP-Nationalrat Albert Rösti in der «Rundschau». «Die Bauherrin BLS muss in der Verkehrskommission Red und Antwort stehen, wie es so weit kommen konnte», fordert der Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer.