SBB kontrollieren weniger Billette, Busbetriebe stellen Kontrollen ganz ein  – Fahrpläne bleiben grösstenteils gültig

Der Bundesrat beauftragt SBB und Postauto, den öffentlichen Verkehr im Land sicherzustellen. In Bussen und Trams werden keine Billette mehr kontrolliert.

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Kontrollen werden seltener im öffentlichen Verkehr – doch die Billettpflicht gilt weiterhin. (Symbolbild)

Kontrollen werden seltener im öffentlichen Verkehr – doch die Billettpflicht gilt weiterhin. (Symbolbild)

Yannick Bailly / KEYSTONE

(sat) Der konzessionierte Fern- und Regionalverkehr wird nach Fahrplan weitergeführt wie bisher, schreiben SBB und Postauto am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Nach Möglichkeit ebenso im bisherigen Rahmen aufrechterhalten werden solle der Güterverkehr. Damit möglichst wenige Fahrgäste mit den Türknöpfen in Kontakt kommen, werden künftig soweit möglich alle Türen an jedem Bahnhof automatisch aufgehen. Auch sollen die Züge der SBB weiterhin mehrmals täglich und nachts gründlich gereinigt werden.

Zum Schutz des Zugpersonals schränkten die öV-Betreiber die Billettkontrollen im Fernverkehr stark ein und setzen sie im Regionalverkehr ganz aus. Die Billettpflicht gelte aber weiterhin, betonen die öV-Unternehmen in ihrer gemeinsamen Mitteilung. Auch wird ab Samstag der Betrieb der Speisewagen eingestellt. In Bussen und Postautos bleiben die vordersten Türen zum Schutz der Chauffeure weiterhin geschlossen.

Keine Kontrollen mehr in Bus und Tram

Abgesagt werden dagegen per sofort alle Gruppenreisen. Auch der Verkehr auf touristischen Linien ohne Erschliessungsfunktion wird per sofort eingestellt. Im internationalen Grenzverkehr sei mit weiteren Einschränkungen zu rechnen; bislang ist nur der Grenzverkehr mit Italien bereits eingeschränkt. Für die Kontrolle der verschärften Einreisekriterien seien jedoch die zuständigen Behörden verantwortlich.

In Bussen, Trams und Postautos werden derweil sämtliche Billettkontrollen eingestellt, berichtet «Bluewin». «Wir wollen so unser Personal und gleichzeitig die Fahrgäste schützen», sagt Postauto-Sprecherin Katharina Merkle dem Portal. Auch der Ortsverkehr und damit sämtliche Tramlinien sei davon betroffen. Postauto habe den städtischen Verkehrsbetrieben die Anweisung gegeben, Billettkontrollen einzustellen. Die Post-Tochter wurde vom Bundesrat als «Systemführerin» für alle Bus- und Tramunternehmen definiert. Ein Freipass, um gratis zu fahren, sei das aber nicht, so Merkle. Es gelte nach wie vor die Ticketpflicht.