Schweizerin war doch nicht «Patientin 0» in Ischgl

Die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) hat mitgeteilt, dass sich eine Frau aus dem Tirol anfangs Februar infiziert hat. Die Ansteckungskette im Wintersportort Ischgl hat demnach nicht eine Schweizerin verursacht.

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In Ischgl steckten sich viele Menschen aus ganz Europa mit dem Coronavirus an.

In Ischgl steckten sich viele Menschen aus ganz Europa mit dem Coronavirus an.

Keystone

(dpa/gb.) Die Tirolerin habe sich bereits am 8. Februar mit dem Coronavirus infiziert, teilte die Ages am Donnerstag Abend mit. Sie habe in einem Après-Ski-Lokal gearbeitet sei erst im März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit korrigierte die Agentur ihre Angaben von einer Pressekonferenz vom Donnerstag Vormittag, wonach die erste infizierte Person in Ischgl eine Schweizerin gewesen sein soll, die sich am 5. Februar angesteckt haben soll.

Das Tirol war zuletzt wegen seines Krisenmanagements heftig kritisiert worden. Dem Land wird vorgeworfen, den Skibetrieb nicht schnell genug beendet zu haben. Vor allem die Après-Ski-Partys mit vielen internationalen Gästen gelten inzwischen als Keimzellen und Verteiler des Virus. Ischgl war dabei besonders in den Fokus geraten.

Auch BAG hatte keine Kenntnis von «Patientin 0»

Die Korrektur der Ages deckt sich mit einer Aussage von Daniel Koch, dem Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Auf eine Frage eines Journalisten sagte er am Donnerstag Nachmittag an einer Pressekonferenz in Bern, dass das BAG keine Kenntnis von einer Schweizerin habe, die sich anfangs Februar mit dem Coronavirus infiziert haben soll. Sonst hätte das BAG dies auch gemeldet, sagte Koch. Der erste bestätigte Fall in der Schweiz wurde vom BAG am 25. Februar gemeldet.

Die Agentur Ages gehört zu den wichtigsten Organisationen bei der Bewältigung der Coronakrise in Österreich. Rund 17 Prozent aller Corona-Tests in Österreich wurden in Laboren der Ages ausgewertet.