Sepp Blatter zum Fall Infantino: «Ethikkommission muss aktiv werden»

Der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter hat nach der Eröffnung eines Strafverfahrens gegen seinen Nachfolger Gianni Infantino Massnahmen von den Fifa-Ethikern gefordert.

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Nach Eröffnung eines Strafverfahrens verhängte die Ethikommission rasch eine Sperre gegen den damaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.

Nach Eröffnung eines Strafverfahrens verhängte die Ethikommission rasch eine Sperre gegen den damaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.

Keystone

(dpa/rwa) «Ich bin der Meinung, dass die Ethikkommission nun aktiv werden muss – wie sie dies auch im Herbst 2015 getan hatte, als ich dann suspendiert wurde», sagte der ehemalige Boss des Fussball-Weltverbands im Gespräch mit dem SID.

Gestern Donnerstag hatte der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Stefan Keller, ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. Der 50-jährige Fifa-Boss ist in eine Justizaffäre um den scheidenden Bundesanwalt Michael Lauber verwickelt. Lauber hat seinen Rücktritt für Ende Januar 2021 eingereicht. Wegen ausstehender Ferienansprüche wird er seinen Posten allerdings bereits Ende August räumen.

Bei Blatter wurde Kommission schnell aktiv

Als gegen Blatter 2015 wegen des Vorwurfs der Untreue in der Schweiz ein Strafverfahren eröffnet worden war, wurde die damalige Ethikkommission mit dem deutschen Hans-Joachim Eckert an der Spitze schnell aktiv. Knapp zwei Wochen danach wurde zunächst eine 90-Tages-Sperre verhängt, letztlich wurde Blatter dann sogar für mehrere Jahre aus dem Verkehr gezogen. Mittlerweile ist die Ethikkommission allerdings mit anderen Personen besetzt – dies hatte unter anderem Infantino vor drei Jahren angeregt.

Der 84-jährige Blatter hatte Infantino unlängst bereits scharf kritisiert und dem «Blick» gesagt, dass Infantino «als Fifa-Präsident nicht mehr tragbar» sei.