Sie kämpfen mit Küssen für ein Ja zur Anti-Rassismus-Strafnorm

Am Samstagnachmittag fand in Zürich eine Aktion für die Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm statt. Über diese stimmt die Schweiz am 9. Februar ab.

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Küssen war am Samstag Nachmittag in Zürich politisch.

Küssen war am Samstag Nachmittag in Zürich politisch.

David Rosenthal (zvg) 

(gb) «Kiss-In» nannte das Organisationskomitee die Protestaktion, die am Samstagnachmittag bei der Rathausbrücke in Zürich stattfand. Gemäss einer Mitteilung des Komitees fanden sich 800 Personen vor Ort ein, davon viele mit ihren Partnerinnen und Partnern. Es hätten sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Paare an der Aktion teilgenommen. Die Stadtpolizei Zürich war über die Aktion nicht informiert gewesen und konnte keine Schätzung zur Anzahl der beteiligten Personen abgeben.

Organisiert wurde die Aktion vom nationalen Komitee «Ja zum Schutz vor Hass» und von der queeren Jugendorganisation Milchjugend. Nachdem in der Silvesternacht ein schwules Paar in Zürich angegriffen worden war, sei die Stimmung unter den Aktivistinnen und Aktivsten kämpferisch gewesen, ist der Mitteilung des Komitees zu entnehmen.

«Momentan hören wir vermehrt von Angriffen. Diese Gewalt macht uns wütend. Aber noch wütender macht uns, wenn Politik und Gesellschaft wegschauen», wird Florian Vock, Präsident des Abstimmungs-Komitees und SP-Grossrat des Kantons Aargau, in der Mitteilung zitiert.

Bei der Abstimmung vom 9. Februar geht es konkret um eine Änderung des Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes. Die bestehende Anti-Rassismus-Strafnorm schützt Menschen vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, Religion oder Ethnie. Der Bundesrat und das Parlament wollten den Gesetzesartikel ausweiten, so dass es auch verboten wäre, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren.

Gegen die Gesetzesänderung wurde das Referendum ergriffen, weshalb die stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer nun über die Vorlage abstimmen.